
Kraljev gambit
Branka Slijepčevićs Roman „Das Königsgambit“ handelt von einer Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde und mit unerfüllten Ambitionen, Desillusionierung, Enttäuschungen in der Liebe und der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert ist.
Das Königsgambit ist ein Roman der kroatischen Schriftstellerin Branka Slijepčević, der mehrere miteinander verbundene Charaktere der Zagreber Nachkriegsgeneration porträtiert. Einst verbanden sie ihre Studienzeit, Freundschaften, Liebe und der Glaube an eine grenzenlose Zukunft. Zwanzig Jahre später befinden sie sich in einer Lebensphase, in der ihnen klar wird, dass viele ihrer Pläne nicht in Erfüllung gehen werden.
Der Roman konzentriert sich nicht auf große Ereignisse, sondern auf die Beziehungen zwischen den Menschen. Alte Freunde treffen sich wieder, und in Gesprächen offenbaren sich nach und nach ihre wahren Lebensumstände. Manche verharren in unglücklichen Ehen, andere haben ihre beruflichen Ambitionen aufgegeben, und wieder andere versuchen, ihr Gefühl des Scheiterns hinter scheinbarer sozialer Sicherheit zu verbergen. Ein zentrales Motiv des Romans ist die eheliche Untreue, die eine Kette von Konflikten auslöst und die Figuren zwingt, ihre eigenen Entscheidungen und Gefühle zu hinterfragen.
Die Autorin legt großen Wert auf die Dialoge. In geistreichen, oft ironischen Dialogen werden alte Rivalitäten, Eifersüchteleien, unerfüllte Lieben und Enttäuschungen enthüllt. Die Figuren versuchen, ihre Würde zu bewahren, doch allmählich wird deutlich, wie weit sie sich von den Idealen ihrer Jugend entfernt haben. Der Roman gewinnt durch das Auftreten des Todes an zusätzlicher Bedeutung, der sie mit der Vergänglichkeit und Endgültigkeit des Lebens konfrontiert.
Der Titel „Gambit“ symbolisiert jene Lebensentscheidungen, die die Figuren einst für klug und notwendig hielten, die sich aber im Laufe der Zeit als Opfer ohne den erhofften Lohn erwiesen. „Das Königsgambit“ wird somit zu einem Roman über eine Generation, die langsam erkennt, dass das Leben nicht aus großen Siegen besteht, sondern aus den Konsequenzen von Entscheidungen, die sie viel früher getroffen hat.
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