
Trideset novela
Eine Sammlung ausgewählter Kurzprosa des italienischen Nobelpreisträgers enthüllt die Absurdität des Alltags. Anhand der Schicksale einfacher Leute erkundet Pirandello Entfremdung, unterdrückte Leidenschaften und die Kluft zwischen Maske und Wirklichkeit.
Dreißig Romane ist eine Anthologie aus dem umfangreichen Erzählwerk des italienischen Dramatikers und Nobelpreisträgers Luigi Pirandello, die auf seinem monumentalen Zyklus Romane für ein Jahr (Novelle per un anno) basiert. In diesen Kurzgeschichten zeichnet der Autor ein eindrucksvolles Bild der italienischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts – von der verarmten sizilianischen Landschaft und den Nöten der Bauern bis hin zu den steifen Salons der Bourgeoisie und den Bürokratieapparaten.
Pirandellos Interesse gilt den „kleinen“, marginalisierten Individuen, die in absurden, tragikomischen und grotesken Lebenssituationen gefangen sind. Mit tiefem psychologischen Einblick und unverkennbarem Humor zerstört der Autor Illusionen von einer stabilen menschlichen Identität. Seine Figuren sind in sozialen Rollen („Masken“) gefangen, die ihnen von ihrem Umfeld auferlegt werden, während sich unter der Oberfläche innere Dramen, Einsamkeit, Wahnsinn und eine unterdrückte Sehnsucht nach Freiheit entfalten.
In prägnanten und dynamischen Erzählungen, durchdrungen von subtiler Ironie und bitterem Mitgefühl, hinterfragt Pirandello die Relativität der Wahrheit und die Unmöglichkeit wahrer zwischenmenschlicher Kommunikation. Diese Sammlung stellt den Höhepunkt der modernen europäischen Kurzprosa dar und bietet einen tiefen Einblick in die thematischen und philosophischen Schwerpunkte, die seine besten dramatischen Werke berühmt gemacht haben.
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