
Strah u Ulici lipa
In Milivoj Matošecs Roman „Angst in der Lindenstraße“ (1968) löst die Ankunft des Jungen Mungo bei den Kindern Angst aus, doch nach und nach wird deutlich, dass hinter seiner Grobheit Einsamkeit und der Wunsch nach Akzeptanz stecken.
Zunächst ist in der Lindenstraße alles wie immer: Die Kinder treffen sich, unterhalten sich und verbringen den Tag wie so oft. Dann taucht Mungos unter ihnen auf, ein unbekannter Junge, der schon mit seiner Ankunft Unruhe stiftet. Er versucht nicht, langsam und auf natürliche Weise Freundschaften zu schließen, sondern verhält sich sofort rüde, bedrohlich und als wolle er allen zeigen, dass sie Angst vor ihm haben müssen. Die Gruppe akzeptiert ihn nicht, weil er es will, sondern weil er sich in die Enge getrieben fühlt.
Mit der Zeit gewinnt Mungos immer mehr die Kontrolle über die anderen. Die Kinder folgen ihm mehr aus Angst als aus Vertrauen, und die vertrauten Orte, an denen sie spielen, wirken plötzlich bedrohlich und gefährlich. Das alte Haus und der Keller verstärken das Gefühl der Anspannung noch, als würde sich die ganze Straße langsam in einen Ort verwandeln, an dem nichts mehr harmlos ist.
Doch die Geschichte endet nicht mit der Angst. Unter Mungos' Rüpelhaftigkeit kommt allmählich etwas anderes zum Vorschein: Einsamkeit, Verletztheit und die tiefe Sehnsucht nach Akzeptanz. Dann ändert sich die Sicht auf ihn. Aus dem Jungen, der allen Angst einjagte, wird jemand, der auf keinem anderen Weg mehr Aufmerksamkeit erregt. Deshalb erzählt diese Geschichte nicht nur von einem Tyrannen, sondern auch von Kindern, die nach und nach erkennen, dass hinter schlechtem Benehmen manchmal ein trauriger und unsicherer Mensch steckt.
Angeboten wird ein Exemplar
- Bibliotheksstempel





