
Mein lieber Petrović
„Mein lieber Petrović“ ist ein Briefroman von Milovan Danojlić, der anhand der Briefe eines Emigranten aus Paris das Bild des Westens und der Heimat mit viel bitterem Humor, Sehnsucht, Ironie und kultureller Entwurzelung schildert.
Mit „Mein lieber Petrović“ schafft Milovan Danojlić einen eindrucksvollen Briefroman, bestehend aus Briefen, die der Protagonist, ein serbischer Emigrant in Paris, an seinen Freund Petrović in dessen Heimat schreibt. Der Titel, eine Kombination aus deutschen und serbischen Wörtern, deutet unmittelbar auf das zentrale Motiv hin: sprachliche und kulturelle Hybridität und die Zerrissenheit eines Mannes zwischen zwei Welten.
Die Briefe sind durchdrungen von Danojlićs unverwechselbarem Geist, bitterem Humor und feiner Ironie. Aus der Perspektive eines „westlichen Paradieses“ entlarvt der Held die Illusionen eines komfortablen Lebens im Ausland. Durch Beobachtungen des Pariser Alltags, der Kälte der kapitalistischen Gesellschaft und der Entfremdung des Einzelnen verharmlost der Autor seine Kritik am Westen nicht, sondern deckt zugleich nostalgische Fehlvorstellungen von der Heimat auf. Die Heimat bleibt in den Briefen zwar in der Erinnerung idealisiert, wird aber auch in ihren Fehlern und ihrem schwierigen historischen Erbe anerkannt.
In einem intimen Dialog mit einem abwesenden Freund entwirft Danojlić eine bewegende Geschichte über Einsamkeit, Sprache als letzten Zufluchtsort und die Suche nach Identität. „Mein lieber Petrović“ zählt zu den reifsten Werken der serbischen Literatur zum Thema Emigration, in dem das individuelle Schicksal zu einer universellen Diagnose moderner Entwurzelung wird.
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