
Sve će to narod pozlatiti
Eine ergreifende Kurzgeschichte von Laza Lazarević über den kriegsversehrten Veteranen Blagoje und seinen Sohn, die anhand des tragischen Schicksals eines Einzelnen soziale Ungerechtigkeit, Heuchelei und das Vergessen der Opfer in der Nachkriegszeit offen
Die klassische Erzählung „Das Volk wird alles vergolden“ (Sve će to narod pozlatiti) des bedeutenden serbischen Realisten Laza Lazarević – die 1975 in diverse Schullektüren und Anthologien (etwa bei den Verlagen „Školska knjiga“ oder „Nolit“) aufgenommen wurde – zählt zu den erschütterndsten und einflussreichsten Werken der Regionalliteratur des 19. Jahrhunderts. Die Handlung spielt an der Schiffsanlegestelle von Šabac; dort wartet der Kupferschmied Blagoje gemeinsam mit anderen Stadtbewohnern ungeduldig auf das Dampfschiff, das seinen einzigen Sohn aus dem Serbisch-Osmanischen Krieg zurückbringt. Trotz Blagojes Stolz und seiner Überzeugung, dass Staat und Volk das Opfer des Kriegers belohnen würden, offenbart das Wiedersehen eine bittere Realität: Der junge Mann kehrt als Amputierter und schwer behindert zurück. In einem ergreifenden und bitteren Schluss – bei dem der behinderte Veteran von den versammelten Bürgern lediglich Kleingeld und Almosen erhält, begleitet von dem Refrain „das Volk wird alles vergolden“ – legt Lazarević die Kluft zwischen sentimentaler Kriegspropaganda und der harten Nachkriegsrealität offen. Geprägt von tiefem psychologischen Verständnis, intensiver dramatischer Spannung und einer kraftvollen gesellschaftlichen Botschaft, bietet die Erzählung eine zeitlose Kritik an gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit, falschem Patriotismus und der Neigung, jene zu vergessen, die für ihr Vaterland das größte Opfer gebracht haben.
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