
Rujanska kupačica
Die Heldinnen in Mirjana Dugandžijas neuen Erzählungen wissen, dass die Zeit für ein unbeschwertes Leben vorbei ist – vieles hat ein Ende gefunden. Unheil braut sich zusammen.
Manche Lieben schmerzen bis ans Ende der Welt: die Liebe eines Liebhabers, die Liebe eines Freundes, die Blutsverwandtschaft. Worauf soll man also sein Leben gründen? Auf unzuverlässige Liebhaber? Eine Kindheit voller ständiger „Störungen“ in einer idyllischen Landschaft? Ein brüchiges Selbstvertrauen? Alles, was bleibt, ist zu verbergen, dass man am Rande steht – vor Hass, Ekel, Nervosität, Geldnot –, denn solange man es nicht zugibt, ist nichts geschehen. Alles ist wie zuvor, Betrunkene fallen von Traktoren, Lieben werden betrogen, die Toten schweigen. Schließlich befreit man sich aus der Nische, in die man gedrängt wird, tritt sich selbst in den Rücken, kriecht aus dem Gebüsch, streift das Kleid ab und geht erhobenen Hauptes dem entgegen, was auch immer. Sie haben einen bereits betrogen, sie haben einen bereits gedemütigt, sie haben einen bereits verachtet … Intensiv erlebte Momente und ausgewählte Zufälle bleiben für immer, selbst wenn es nur ein zersplittertes Leben ist. Die Autorin formt es subtil mit dem Vokabular der Vorfahren und Zeitgenossen, dem Fluch von Raum und Zeit.
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