
Put u Buenos Aires
1927 reiste der französische Journalist Albert Londres inkognito nach Argentinien, um den Menschenhandel mit Prostituierten zu untersuchen. Sein Buch enthüllte ein Netzwerk der Zwangsprostitution junger Europäerinnen, war eine scharfe Anklage gegen Zuhält
Der Weg nach Buenos Aires (1927) ist ein Klassiker des investigativen Journalismus von Albert Londres, einem der Begründer des Reportage-Genres. Angeregt durch Gerüchte über den Menschenhandel mit Prostituierten reiste Londres 1927 inkognito nach Argentinien, um das Schicksal junger Frauen aus Europa – vorwiegend aus den Arbeitervierteln von Paris, Warschau und anderen Städten – zu verfolgen, die unter dem Vorwand der Heirat oder ehrlicher Arbeit in die Bordelle von Buenos Aires gebracht wurden.
Das Buch ist kein Reisebericht im herkömmlichen Sinne; es ist eine scharfsinnige, dokumentarische Untersuchung, in der der Autor die Routen, Vermittler und Zuhälter vom Hafen Marseille über den Atlantik bis zu den Bordellen von Buenos Aires verfolgt. Mit emotionaler Wucht und investigativer Beharrlichkeit beschreibt Londres die Mechanismen der Täuschung – falsche Versprechungen, das Bild von Liebhabern, Schulden –, die junge Frauen in die sexuelle Sklaverei treiben. Doch er verurteilt die Opfer nicht: Sein Geständnis ist ein Zeugnis sozioökonomischer Not und strukturellen männlichen Sexismus.
Das Buch löste 1927 einen Sturm der Entrüstung aus – Londones wurde vorgeworfen, „Zuhälter zu verteidigen“, doch er bewirkte genau das Gegenteil: Er entlarvte ein System, das lange toleriert worden war. Das Buch wird noch heute als Vorläufer der modernen Berichterstattung über Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung gelesen.
Jedan primerak je u ponudi
- Die Abdeckung fehlt
- Spuren von Patina





