
Glorija: Mirakl u šest slika
Ein Drama über den Konflikt zwischen Glaube, Leidenschaft und Heuchelei, in dem Ranko Marinković anhand des Schicksals von Gloria die Grenzen zwischen Heiligkeit, Lust, Freiheit und sozialen Normen hinterfragt.
Gloria: Das Wunder in sechs Bildern ist eines der bekanntesten dramatischen Werke von Ranko Marinković und ein Meilenstein des modernen kroatischen Dramas. Die Handlung spielt in einer kleinen Mittelmeerstadt, wo Religiosität, Aberglaube, erotische Anziehung und die Suche nach Wundern ineinandergreifen und eine Atmosphäre der Spannung zwischen der spirituellen und der physischen Welt erzeugen.
Im Zentrum steht Gloria, ein Zirkusmädchen, das durch eine Verkettung von Umständen zum Objekt kollektiver Erwartungen und Projektionen wird. Während manche in ihr die Verkörperung der Heiligkeit und die Möglichkeit wundersamer Heilung sehen, werden andere von Lust, Interesse oder Machtgier getrieben. Durch ihre Figur enthüllt Marinković die Mechanismen der Mythenbildung, die Manipulation des Glaubens und die Zerbrechlichkeit menschlicher Überzeugungen.
Das Drama vereint Elemente des Volkstheaters, der Tragödie, des Grotesken und des Symbolismus. Reichhaltige Dialoge, ein ausdrucksstarkes Bühnenbild und vielschichtige Symbolik werfen Fragen nach dem Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft, nach Freiheit, Schuld, Opfer und Verantwortung auf. Gleichzeitig hinterfragt das Stück die Grenze zwischen authentischem Glauben und dessen Missbrauch, weshalb Gloria bis heute zu den meistgespielten und -interpretierten Werken der kroatischen Theaterliteratur zählt.
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