
Kukavica
Der Feigling (1898/1899) ist ein japanisches Melodram über die unglückliche Liebe der jungen Nami-ko und ihres Ehemanns Takeo. Als eines der berühmtesten Werke der japanischen Literatur der Meiji-Zeit war es einst ein internationaler Erfolg.
Der Roman erzählt das tragische Schicksal der jungen und adligen Nami-ko (Nami-san), die den Marineoffizier Takeo Kawashima heiratet. Ihre Ehe ist anfangs von Glück und Liebe geprägt, wird aber bald durch Krankheit (Tuberkulose), eine grausame Schwiegermutter, Intrigen der Verwandten und alte japanische Sitten und Gebräuche zerstört.
Tokutomi schildert meisterhaft den Konflikt zwischen individuellem Glück und den traditionellen Anforderungen von Familie, Gesellschaft und Staat. Der Roman ist melodramatisch, emotional und für seine Zeit realistisch – er kritisiert die starre patriarchalische Familienstruktur, verherrlicht aber gleichzeitig Opferbereitschaft, Treue und die Reinheit der Gefühle. Der Titel „Der Kuckuck“ (Hototogisu) symbolisiert den Vogel, dessen trauriger Ruf im Moment des Todes und des Abschieds zu hören ist.
Das Buch wurde in Japan zu einem wahren Phänomen – es verkaufte sich hunderttausendfach und beeinflusste Generationen von Lesern. Es erschien in Kroatien zu einer Zeit, als die japanische Literatur begann, ein europäisches Publikum zu gewinnen.
Heute wird Der Feigling auch als wertvolles Fenster in das Japan des späten 19. Jahrhunderts gelesen – einer Zeit der rasanten Modernisierung, der Kriege (des Chinesisch-Japanischen Krieges) und tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche. Der Roman ist bewegend, nostalgisch und atmosphärisch dicht, mit einem ausgeprägten Gefühl der Traurigkeit und der Schönheit der Vergänglichkeit.
Eine ausgezeichnete Wahl für Liebhaber klassischer asiatischer Literatur, romantischer Tragödien und Geschichten über den Konflikt zwischen Tradition und Moderne.
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