
Djala 9: Pečalba - Kaprisi i feljtoni
Werkbuch 9: Pečalba – Capricen und Feuilletons ist eine Sammlung von Capricen, Feuilletons und satirischen Schriften mit scharfer Gesellschaftskritik, Ironie, Humor und Matoš' bohemischem, polemischem Geist.
Pečalba – Capricen und Feuilletons (1939, herausgegeben von Julije Benešić) ist der neunte Band der 17-bändigen kritischen Ausgabe der Werke von A. G. Matoš (1935–1940). Das literarische Erbe wurde von Milan Matoš zusammengetragen, und für diesen Band übernahm Julije Benešić die Herausgabe. Die Texte sind philologisch geordnet und enthalten Anmerkungen zu früheren Veröffentlichungen. Die Sammlung vereint Matoš’ Capricen (kapriziöse, geistreiche und subjektive Notizen) und Feuilletons – kurze, aktuelle, satirische und polemische Texte, in denen sein journalistisches und literarisches Talent zum Ausdruck kommt.
Der Titel Pečalba ist symbolisch: Er spiegelt Matoš’ Leben als Schriftsteller in ständiger Armut, seine Flucht ins Ausland (Belgrad, Paris) und seinen Kampf ums Überleben in seiner Heimat wider. Caprices and Feuilletons bietet eine Vielfalt an Themen – Satire auf die kroatische Gesellschaft, Politik, literarische Rivalen, Kleinbürgertum und Dekadenz, mit humorvollen, ironischen und selbstreflexiven Texten. Matoš erweist sich hier als Meister der Kurzform: geistreich, bissig, aber auch lyrisch-sensibel.
Der Stil ist rasant, prägnant und wirkungsvoll – typisch feuilletonistisch, mit reicher Sprache, Anspielungen und unerwarteten Wendungen. Die Feuilletons entwickeln sich oft zu Literaturkritik oder Gesellschaftsanalyse, während die Capricen einen persönlicheren, skurrilen Ton anschlagen. Die Sammlung spiegelt Matoš’ Boheme-Leben, seine ständigen Polemiken und seine Enttäuschung über die kroatischen Verhältnisse wider, aber auch seine Vitalität, seinen Witz und seine Liebe zur Kunst.
Im Kontext der gesamten Ausgabe führt der neunte Band die Reiseberichte, Eindrücke und Kritiken fort und zeigt Matoš als engagierten Publizisten. Benešićs Edition bewahrte diese Texte, die zu seinen Lebzeiten in Zeitungen verstreut waren. Heute wird Pečalba als Zeugnis der schwierigen Lage des kroatischen Intellektuellen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelesen, zugleich aber auch als Höhepunkt von Matoš’ satirischer und humorvoller Prosa. Kaprisi i feuilletoni verdeutlichen seine Fähigkeit, aktuelle Themen in bleibende Literatur zu verwandeln – scharfsinnig, unterhaltsam und zutiefst menschlich.
Diese Sammlung ist für ein umfassendes Verständnis von Matoš’ Werk unerlässlich: Sie demonstriert die Vielfalt seines Talents (von Lyrik und Kurzgeschichten bis hin zum Journalismus) und seinen unermüdlichen kritischen Geist. Sie ist zudem ein wertvolles historisches Dokument des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens Kroatiens am Vorabend des Ersten Weltkriegs.
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