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In Charlotte Rogans spannendem Roman „On the Boat“ kämpft die junge Braut Grace nach einem Schiffbruch in einem überfüllten Rettungsboot ums Überleben, wo Grausamkeit, Paranoia und Machtkämpfe herrschen.
Der Roman „Im Boot“ ist das Debütwerk der amerikanischen Autorin Charlotte Rogan und wurde von der Kritik hochgelobt. Auf außergewöhnlich provokante Weise hinterfragt er die Grenzen menschlicher Moral, des Egoismus und des Überlebens unter extremen Bedingungen. Die Geschichte spielt im Jahr 1914 und wird aus der Perspektive der 22-jährigen Grace Winter erzählt, einer frisch verwitweten Frau, die sich mitten im Atlantik wiederfindet, nachdem der Luxusliner Carpathia (oder das fiktive Schiff Empress) unter ungeklärten Umständen gesunken ist.
Als Grace und ihre überlebenden Gefährten sich in einem kleinen, überfüllten Rettungsboot mit begrenzten Vorräten an Nahrung und Wasser wiederfinden, verwandelt sich das idyllische Bild tapferer Überlebender schnell in einen brutalen Kampf ums Überleben. Unter der Führung des charismatischen Matrosen Hardy wird das Boot rasch zu einem Mikrokosmos, in dem strenge Hierarchie, Angst und Machtkämpfe herrschen. Mit jedem Tag, der vergeht, und mit schwindender Hoffnung auf Rettung beginnen die fragilen Regeln zivilisierten Verhaltens zu bröckeln. Die Überlebenden stehen vor schweren Entscheidungen: Wer darf auf dem Boot bleiben, und wer muss hinausgeworfen werden, damit die anderen überleben können?
Rogan baut gekonnt psychologische Spannung auf und hält die Leserschaft in Atem, während sich die Geschichte im Zuge der Ermittlungen und des Prozesses entfaltet, in dem Grace sich gegen die Mordanklage verteidigen muss. Mit ihrer sachlichen, aber tiefgründigen Stimme wirft die Autorin unbequeme Fragen nach dem Wesen der Gerechtigkeit, der Kollektivschuld und der Heuchelei der viktorianischen Gesellschaft auf und schafft so eine vielschichtige und zutiefst verstörende Studie über den menschlichen Charakter angesichts des drohenden Untergangs.
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