
Beograde, dobro jutro I–II
Eine Sammlung von Aphorismen und poetischen Beobachtungen von Dušan Radović aus der Sendung „Belgrad, guten Morgen“ auf Studio B (1977–1978). Witzige, ironische und warmherzige Miniaturen über Belgrad, seine Bewohner, Politik und den Alltag – ein Tagebuch
Belgrad, guten Morgen I–II ist eine Taschenbuchausgabe von BIGZ aus dem Jahr 1981 und vereint den ersten und zweiten Band der gleichnamigen Reihe von Dušan Radović (Duška Radović, 1922–1984). Die Texte stammen aus seinen Morgensendungen im Ersten Programm von Studio B (ab 1977), in denen er jeden Morgen um 7:15 Uhr von der Beograđanka aus Belgrad mit kurzen, prägnanten Prosatexten – Aphorismen, poetischen Beobachtungen, Ironien und klugen Kommentaren – „begrüßte“.
Der erste Band (Originalausgabe 1977, hier abgedruckt) behandelt die Anfänge der Sendung: frische, witzige Texte über den Belgrader Alltag, Kneipen, Straßenbahnen, Bürokratie, Liebe, Politik und die kleinen Leute. Das zweite Buch (1977–1978) führt den gleichen Geist fort, jedoch mit noch mehr Ironie und Kritik. Radović seziert gesellschaftliche Missstände, Heuchelei und Konformität, stets aber mit einer warmherzigen Haltung gegenüber der Stadt und ihren Bewohnern. Die Texte sind kurz (1–2 Minuten Lesezeit), rhythmisch und einprägsam – oft zitiert: „Solange wir nicht selbst denken, denken wir alle gleich“, „Belgrad ist eine Stadt, in der ein und derselbe Mann am meisten geliebt und gehasst wird“ usw.
Radovićs Stil ist einzigartig: eine Mischung aus Lyrik, Satire, Volksweisheit und urbanem Witz – ohne Pathos, aber mit einem tiefen Gespür für das menschliche Schicksal. Die Sendung war in den 70er- und 80er-Jahren ein Kultphänomen: Die Belgrader warteten gespannt auf seine Stimme zum Tagesbeginn, und die Texte prägten einen kritischen Geist der Stadt. Die Bücher ließen alles Oberflächliche und Vergängliche aus – was blieb, war von Dauer, eine Anthologie.
Die 1981 erschienene Ausgabe von BIGZ gilt als Taschenklassiker und erfreute sich großer Beliebtheit bei den Lesern. Später folgten der dritte Band (1984) und Sammelbände. Der Zyklus blieb ein Symbol für Belgrader Witz und humorvollen Widerstand – Radović war vor seinem Tod 1984 „der letzte große Belgrader Chronist“. Heute werden die Texte zitiert, adaptiert und als Teil der urbanen Mythologie in Erinnerung behalten.
Das Buch besteht aus zwei Bänden.
Angeboten wird ein Exemplar.






