
Der Mädchenkrieg
Eine epische Saga über drei Schwestern im Prag der 1930er Jahre und des Zweiten Weltkriegs. Anhand ihrer Schicksale schildert Bieler politische Wirren, die Nazi-Besatzung, Liebe, Überleben und den Niedergang einer Gesellschaft.
Der Mädchenkrieg ist eines der bekanntesten Werke des deutschen Schriftstellers Manfred Bieler. Dieser umfangreiche historische Familienroman erzählt die Geschichte der Familie Pasetti – genauer gesagt der drei Schwestern Christine, Sophie und Katharina – in einer dramatischen Phase der tschechoslowakischen Geschichte von Mitte der 1930er Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Handlung spielt in Prag, einer Stadt mit reicher Kultur und turbulenter Geopolitik. Durch das Heranwachsen und Erwachsenwerden der drei Schwestern mit ihren völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten verwebt der Autor meisterhaft ihre persönlichen Leidenschaften, Liebesbeziehungen und Familienkonflikte mit den großen historischen Wendepunkten. Der Aufstieg des Nationalsozialismus, der Zerfall der Tschechoslowakei, die deutsche Besatzung und schließlich der Einmarsch der Roten Armee verändern ihr Leben unwiderruflich und zwingen sie zu schwierigen moralischen und persönlichen Kompromissen.
Mit großer Erzählkraft und einer Prise humorvollem, aber auch tragikomischem Realismus schildert Bieler die Atmosphäre Mitteleuropas am Vorabend und während des Krieges. Der Romantitel spielt auf eine alte tschechische Legende über einen Frauenaufstand an, symbolisiert hier aber die innere Stärke und den Überlebenskampf der Frauen in einer von Männerkriegen und zerstörerischen Ideologien geprägten Welt. Das Werk ist ein vielschichtiges Porträt einer Epoche, eine zutiefst bewegende Geschichte von Loyalität, Verrat und der Unbezwingbarkeit des menschlichen Geistes.
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