
Trg Lava Mirskog
Der erste Erzählband des Literaturkritikers Nenad Rizvanović, eines der Gründer von FAK. Rizvanovićs Debütwerk schildert Osijek in den 1990er Jahren und veranschaulicht den Zerfall einer Generation und einer Stadt.
Trg Lava Mirskog (2001) ist das Prosa-Debüt von Nenad Rizvanović – einem Schriftsteller, Lektor und Journalisten aus Osijek –, mit dem sich der Autor erfolgreich in der zeitgenössischen kroatischen Literatur etablierte. Benannt nach einem realen Platz in Osijek, fungiert diese Kurzgeschichtensammlung als eine Art intimer Stadtführer und als sentimentale Hommage an die Stadt, ihre Geografie, ihre Mikrokosmen und die spezifische Mentalität der slawonischen Provinz. Die Geschichten des Bandes sind durch einen starken autobiografischen und generationellen Bezug miteinander verknüpft. Mit feiner Wehmut und subtilem Humor schildert Rizvanović das Erwachsenwerden, erste Lieben, Freundschaften, musikalische und filmische Einflüsse sowie die Alltagsrituale junger Menschen in den Vierteln von Osijek. Durch ein Mosaik von Charakteren – von lokalen Originalen und Träumern bis hin zu ganz gewöhnlichen Familien – fängt der Autor die Atmosphäre der Stadt in einer Zeit des Umbruchs ein: von der sozialistischen Beschaulichkeit über die Traumata des Krieges und die Nachkriegszeit bis hin zum Anbruch des neuen Jahrtausends. Sein Schreibstil zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen Blick fürs Detail, ein starkes Gespür für Atmosphäre, Unmittelbarkeit sowie durch Sätze aus, die stilistisch zurückhaltend und doch voller Bedeutung sind. Trg Lava Mirskog verzichtet auf große historische Erzählungen und konzentriert sich stattdessen auf die kleinen, scheinbar nebensächlichen Momente, die das Leben und die Stadt in ihrer Gesamtheit prägen. Dank seiner Authentizität und seiner reifen Erzählstimme gilt das Buch als eines der herausragenden Beispiele für die kroatische urbane Kurzgeschichte des frühen 21. Jahrhunderts.
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