
Izvjestan osmjeh
Dominique, eine junge Studentin, lässt sich auf eine leidenschaftliche, aber flüchtige Affäre mit dem älteren, verheirateten Onkel ihres Freundes ein und sieht sich anschließend mit Einsamkeit sowie der Erkenntnis ihrer eigenen emotionalen Verletzlichkeit
Françoise Sagans zweiter Roman, A Certain Smile (Un certain sourire, 1956), bestätigte ihren Status als einzigartige Stimme der französischen Literatur der 1950er Jahre. Das Werk bietet eine subtile, intime Studie über die Vergänglichkeit der Leidenschaft, über Desillusionierung und emotionales Erwachsenwerden. Die Geschichte handelt von Dominique, einer zwanzigjährigen Jurastudentin in Paris, die ein eher eintöniges und vorhersehbares Leben an der Seite von Bertrand führt – einem fürsorglichen jungen Mann in ihrem Alter. Diese Monotonie wird durch eine Begegnung mit Bertrands Onkel Luc unterbrochen: einem charmanten, wohlhabenden und deutlich älteren Mann, der glücklich mit der sanftmütigen Françoise verheiratet ist. Trotz moralischer Bedenken und des gegenseitigen Einvernehmens, dass es sich lediglich um eine kurze Affäre ohne Verpflichtungen handelt, lassen sich Dominique und Luc aufeinander ein und verbringen zwei leidenschaftliche Wochen in Südfrankreich. Nach der Rückkehr nach Paris kehrt Luc ohne großes Aufsehen in sein Familienleben zurück, während Dominique mit der Leere und den unerwartet tiefen Gefühlen konfrontiert wird, die in ihr zurückbleiben. Mit bemerkenswerter Leichtigkeit und ihrem charakteristischen, melancholischen Ton schildert Sagan jenen Moment, in dem jugendliche Unbeschwertheit den ersten echten Schmerzen des Liebeskummers weicht und der Protagonistin nichts als „ein gewisses Lächeln“ als Schutzschild gegen die Welt bleibt.
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