
Bog na mukama: Obrati apokalipse
Das Buch „God in Torment: Obratia apocalypse“ (2008) von Slavoj Žižek und Boris Gunjević präsentiert einen provokativen philosophisch-theologischen Dialog, der (prä)apokalyptische Erzählungen in einem religiösen und säkularen Kontext untersucht.
Mit einem interdisziplinären Ansatz analysieren die Autoren die Apokalypse nicht nur als Weltuntergang, sondern als potenzielles Ereignis, das neue Existenzmöglichkeiten eröffnet, mit theologischen und politischen Implikationen von der Bioethik bis zum Messianismus.
Im einführenden Kapitel „Einführendes Bekenntnis zur Revolution“ hinterfragt Gunjević die Rolle der Theologie in der heutigen Welt, während er in „Von der Paläontologie des Enthusiasmus zur Liturgie der Reaktionäre“ die Apokalypse als revolutionäres Ereignis neu definiert, nicht nur als passiven Leidenszustand. Er befasst sich insbesondere mit Christogenese, Liturgie und innovativen Lesarten des Korans, analog zum kabbalistischen Ansatz der Thora, und betont das Unbewusste als Schlüsselelement heiliger Texte.
Žižek hingegen führt in „‚Thinking Backward‘: Predestination and the Apocalypse“ seine Parallaxentheorie weiter aus und unterteilt die Apokalyptik in drei Typen: christlich-fundamentalistisch, New Age und techno-digital-posthuman. Seine Analyse untersucht, wie die Apokalypse das zeitgenössische Denken prägt, vom Klimawandel bis zur Atomangst.
Das Buch kritisiert populäre religiöse Literatur und bietet einen spekulativen Ansatz, der Theologie, Politik und Philosophie verbindet und zu radikaler Emanzipation durch das Bewusstsein der eigenen Position aufruft.
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