
Velika ljubav
Im kriegsgebeutelten Zagreb stellen zwei junge Menschen angesichts von Mangel, Zweifeln und moralischem Druck die Stärke ihrer Gefühle auf die Probe. Ihre Liebe reift durch Opfer und verwandelt Sehnsucht in Entschlossenheit und Verantwortung.
Die große Liebe von Josip Andrić ist ein berührender Roman über die Reifung von Gefühlen in unsicheren Zeiten. Angesiedelt im kriegsgeplagten Zagreb, erzählt er die Geschichte zweier junger Menschen, deren Liebe im von Entbehrungen und der ständigen Angst geprägten Alltag wächst.
Er, ehrgeizig, aber hin- und hergerissen, sucht einen Weg, der seinen Werten gerecht wird; sie, loyal und einfühlsam, versteht, dass es ohne Vertrauen keine Beständigkeit gibt. Kleine Ereignisse – verspätete Briefe, unsichere Arbeitstage, flüchtige Blicke auf der Straße – wachsen zu großen Prüfungen heran: Zweifel, Schweigen und die Notwendigkeit, das Richtige zu wählen, nicht nur das Einfache.
Zagreb ist nicht nur Kulisse, sondern ein lebendiger Organismus: Straßenbahnen, Innenhöfe, Cafés und verriegelte Fenster vermitteln ein Gefühl für die Zerbrechlichkeit der Normalität. Andrićs Erzähler baut Spannung subtil auf: Die Dialoge sind zurückhaltend, innere Monologe offenbaren Brüche, und die Nebenfiguren – ein skeptischer Freund, ein fürsorglicher Nachbar, ein karriereorientierter Kollege – erweitern das Bild einer Gesellschaft, die zwischen Solidarität und Opportunismus schwankt.
Statt melodramatischer Wendungen bietet der Roman eine Reihe nachvollziehbarer, stiller Situationen, in denen sich Liebe durch Taten beweist: Geduld, Treue und Opferbereitschaft. Das Ende führt zu der reifen Erkenntnis, dass wahre Liebe kein Zufall oder eine Belohnung ist, sondern eine Entscheidung, die sich trotz ungewisser Zukunft Tag für Tag erneuert. Ideal für Leser, die eine warmherzige, ethisch fundierte und psychologisch differenzierte Lektüre suchen.
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