
Božji ljudi
„Gottes Volk“ (1951) ist ein Roman, in dem der Autor die gegensätzlichen Lebenswege und Ideale zweier Amerikaner vergleicht, die als Söhne von Missionaren in China aufwuchsen. Die Handlung erstreckt sich vom Boxeraufstand (1900) bis zur Mitte des 20. Jahr
Im Frühjahr 1900, während der Boxeraufstand in China tobt, erleben zwei Jungen aus Missionarsfamilien den Zusammenbruch ihrer Welt. William Lane, Sohn eines angesehenen und wohlhabenden Missionars, flieht mit seiner Mutter in die Sicherheit Amerikas. Clem Miller, Sohn eines armen, fanatischen Predigers, bleibt im Chaos zurück: Er sieht seine Familie leiden und überlebt selbst nur dank chinesischer Freunde und einer langen, beschwerlichen Reise zur Küste.
Jahre später kreuzen sich ihre Wege in Amerika wieder. William, kalt, ehrgeizig und machtbesessen, baut ein riesiges Zeitungsimperium auf. Er glaubt, wer die Informationen und die öffentliche Meinung kontrolliert, beherrscht die Welt. Er wird reich und einflussreich, aber zunehmend einsam, gefangen in einer lieblosen Ehe und umgeben von Kindern, die er kaum kennt.
Clem hingegen trägt eine tiefe Wunde aus seiner Kindheit mit sich. Er will keine Seelen retten, sondern hungernde Körper. Mit der Hilfe seiner Frau, einer talentierten Chemikerin, widmet er sein Leben einer Vision: genug Nahrung für die ganze Welt zu produzieren, damit niemand mehr hungern muss. Sein Idealismus ist leidenschaftlich, fast religiös, doch er kollidiert oft mit der grausamen Realität von Politik, Geld und menschlicher Natur.
Die beiden, einst Freunde aus Kindertagen in China, werden zu Rivalen in Ideen und Leben. Williams Welt der Macht und Clems Welt des Hungers prallen über Jahrzehnte hinweg aufeinander – vom Ersten Weltkrieg über die Weltwirtschaftskrise, den Chinesisch-Japanischen Krieg und den Zweiten Weltkrieg bis hin zu den Spannungen des Kalten Krieges. Ihre Familien sind durch Heirat miteinander verbunden, und ihre gegensätzlichen Philosophien – herrschen oder ernähren – spiegeln Amerika und sein Verhältnis zu Asien wider.
Pearl S. Buck überträgt auf meisterhafte Weise das Gefüge des persönlichen Dramas auf die große historische Leinwand und zeigt, wie zwei „Männer Gottes“ – der eine nach Macht dürstend, der andere nach Gerechtigkeit dürstend – die gleiche tiefe Kindheitswunde und das gleiche Bedürfnis in sich tragen, der Welt eine Spur zu hinterlassen.
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