
Djela 6: Dojmovi
Der sechste Band der 17-bändigen kritischen Ausgabe der Werke von A. G. Matoš ist eine Sammlung literarischer, kultureller und Reiseeindrücke, Kritiken und Feuilletons mit scharfsinnigen Beobachtungen, Ironie und europäischen Horizonten.
Wie die vorherigen Bände wurde auch dieser literarische Nachlass von Matoš’ Bruder Milan Matoš zusammengetragen und von Antun Barac nach philologischen Prinzipien editiert – Vergleich der Varianten, orthografische Anpassung und kurze Anmerkungen zu Ursprung und früheren Veröffentlichungen. Diese Ausgabe vereint Matoš’ Eindrücke – Impressionen, Literaturkritiken, Feuilletons und Reiseberichte, die größtenteils zuvor in Zeitschriften erschienen sind.
Die Eindrücke präsentieren Matoš als engagierten Kritiker und Chronisten seiner Zeit. Die Sammlung enthält Eindrücke von literarischen Werken, Schriftstellern, Theater, bildender Kunst, gesellschaftlichen Ereignissen und Reiseeindrücke aus Europa (Paris, Italien usw.). Matoš schreibt subjektiv, eindrucksvoll und polemisch – sein Stil vereint Gelehrsamkeit, lyrische Sensibilität, Ironie und scharfe Kritik. Er wendet sich oft gegen Provinzialismus, Dilettantismus und das politische Kleinbürgertum und plädiert für hohe ästhetische Standards und eine europäische Ausrichtung der kroatischen Kultur.
Die Texte spiegeln Matoš’ Kosmopolitismus wider: Er vergleicht die kroatischen Verhältnisse mit französischen, deutschen und russischen Vorbildern, kommentiert zeitgenössische Tendenzen (Symbolismus, Dekadenz, Realismus) und porträtiert Persönlichkeiten des kulturellen Lebens. Die Impressionen sind oft autobiografisch geprägt – Matoš als Bohemien, Emigrant und Rückkehrer schildert seine persönlichen Eindrücke von Kunst und Leben. Prägnante und geistreiche Formulierungen verleihen diesen Texten bis heute Lebendigkeit.
Im Kontext von Barčs Gesamtausgabe knüpft der sechste Band an die vorangegangenen Bände mit Prosa, Essays und Lyrik an und zeigt Matoš als einen umfassenden Intellektuellen: Romancier, Essayist, Reiseschriftsteller und Kritiker. Die Impressionen sind wesentlich für das Verständnis seines ästhetischen Programms – Kunstfertigkeit, Modernismus und das Streben nach authentischer Kreativität. Barčs Ausgabe von 1938 machte diese verstreuten Texte vollständig zugänglich und bewahrte sie für die Literaturgeschichte.
Heute gelten die Impressionen als wertvolles Dokument kroatischer Moderne: ein Zeugnis der kulturellen Auseinandersetzungen des frühen 20. Jahrhunderts, von Matoš’ europäischem Geist und seiner Rolle als „Erwecker“ und Kritiker. Die Sammlung zeigt, wie Matoš die Literaturkritik zu einer Kunstform erhob – subjektiv, stilistisch brillant und intellektuell anspruchsvoll. Sie ist unverzichtbar für das Studium von Matoš’ Werk und der kroatischen Kulturgeschichte im Allgemeinen.
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