
Tko kuca otvorit će mu se
Stjepan Tomaš’ erste Kurzgeschichtensammlung beleuchtet aus existenzialistischer Sicht die inneren Zerrissenheiten, die Einsamkeit und die Sinnsuche des „kleinen Mannes“ im provinziellen Alltag.
„Wer anklopft, dem wird geöffnet“ (1975) ist das erste veröffentlichte Buch und die erste Kurzgeschichtensammlung des zeitgenössischen kroatischen Schriftstellers Stjepan Tomaš. Mit diesem Werk stellte sich der Autor der kroatischen literarischen Öffentlichkeit als scharfsinniger Beobachter menschlicher Psychologie und als feinsinniger Chronist des Lebens in kleinen, provinziellen Gemeinschaften Slawoniens und der Baranja vor. Die Sammlung umfasst eine Reihe von Prosatexten, in denen das Augenmerk auf dem Innenleben der Figuren, ihren verborgenen Ängsten, ihrer Einsamkeit und ihrer Orientierungslosigkeit im sozialen Gefüge liegt. Der einem biblischen Zitat entlehnte Titel des Werks besitzt einen ironischen und existentialistischen Hintergrund: Während das symbolische „Anklopfen“ für das stete menschliche Streben nach Erkenntnis, Nähe und einem Ausweg aus der Angst steht, bleibt das „Öffnen“ der Tür oft aus oder bringt lediglich Enttäuschung mit sich. Bei Tomaš’ Protagonisten handelt es sich meist um gewöhnliche Menschen am Rande der Gesellschaft, deren stille Konflikte sich im Inneren abspielen. Stilistisch zeichnet sich die Sammlung durch eine prägnante Ausdrucksweise, atmosphärische Schilderungen der Schauplätze und eine dichte Erzählstruktur aus. „Wer anklopft, dem wird geöffnet“ markiert einen wichtigen Ausgangspunkt in Tomaš’ Schaffen, da es bereits jene Themen vorwegnimmt, die für sein späteres Werk charakteristisch sind: die Schicksale von Menschen am Rande der Gesellschaft und die Komplexität menschlicher Beziehungen.
Angeboten wird ein Exemplar
- Leichte Beschädigung der Abdeckung





