
Izgubljeni profil
Die junge und impulsive Josée entflieht ihrer erdrückenden Ehe mit dem eifersüchtigen Julius auf der Suche nach Freiheit und einem Neuanfang in Paris, wo sie durch eine neue Liebe und die Einsamkeit zu ihrer eigenen Identität zurückfindet.
Der Roman Izgubljeni profil (Un profil perdu, 1974) ist ein weiteres gelungenes Werk von Françoise Sagan, in dem die Autorin – mit ihrer charakteristischen Eleganz und Melancholie – Themen wie Einsamkeit, emotionale Abhängigkeit und das Streben nach persönlicher Integrität erkundet. Die Handlung folgt Josée, einer attraktiven und unabhängigen jungen Frau, die in einer Ehe mit Julius gefangen ist – einem wohlhabenden und extrem besitzergreifenden Mann, dessen Eifersucht sie allmählich erstickt. Eine zufällige Begegnung mit Croom, einem älteren und einflussreichen Amerikaner, gibt ihr die Kraft, sich aus dieser toxischen Beziehung zu lösen und nach Paris zurückzukehren, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Croom bietet diskrete Hilfe und finanzielle Unterstützung an, doch hinter seiner Großzügigkeit verbirgt sich der Wunsch nach subtiler Kontrolle. Als Josée Louis kennenlernt – einen angenehmen, gelassenen Mann –, steht sie erneut vor der Herausforderung, echte Intimität zu finden, ohne dabei ihre Freiheit aufzugeben. Sagan schildert meisterhaft die psychologische Verfassung der Figuren, die Atmosphäre der Pariser Salons und das stille Leiden, das sich hinter der Fassade bürgerlichen Luxus verbirgt. Das „verlorene Profil“ im Titel symbolisiert jenen Teil der eigenen Persönlichkeit, der durch die Anpassung an die Erwartungen anderer und durch innere Kompromisse verloren gegangen ist.
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