
Pola jedanaest jedne ljetne večeri
Als ein Sturm französische Touristen in einer kleinen spanischen Stadt festsetzt – in der ein Flüchtiger nach einer Affekttat Zuflucht sucht –, sieht sich Maria, inmitten der Verzweiflung der anderen und der Enthüllung der Untreue ihres Mannes, mit ihren
Der Roman Zehn Uhr dreißig an einem Sommerabend der renommierten französischen Autorin Marguerite Duras ist ein außerordentlich eindringliches, atmosphärisches und psychologisch vielschichtiges Werk. Die Handlung spielt in einer schwülen, von Stürmen heimgesuchten spanischen Stadt, in der vier französische Reisende – das Ehepaar Maria und Pierre, ihre Tochter sowie eine junge Freundin der Familie namens Claire – durch eine schicksalhafte Fügung stranden. Ein sintflutartiger Regenguss und die Überbelegung des örtlichen Hotels erzeugen eine beklemmende, klaustrophobische Atmosphäre, in der lang schwelende Spannungen und unterdrückte Leidenschaften ausbrechen. Die Stadt gleicht einem belagerten Ort: Die Polizei fahndet nach Rodrigo Paestra, einem Einheimischen, der aus Eifersucht seine untreue Ehefrau und deren Liebhaber ermordet hat. Dieses Verbrechen aus Leidenschaft und die herrschende Hysterie spiegeln die Innenwelt der Protagonistin Maria wider. Während sie mit ihrem Alkoholismus, ihrem persönlichen Niedergang und der Erkenntnis kämpft, dass zwischen ihrem Ehemann und Claire eine unaufhaltsame Anziehungskraft entsteht, verhilft Maria dem flüchtigen Mörder heimlich zur Flucht. In dem für Marguerite Duras typischen, minimalistischen und poetischen Stil erkundet der Roman extreme Gefühle: Eifersucht, Einsamkeit, Begehren und das unerbittliche Verstreichen der Zeit. Es ist eine Geschichte über einen schicksalhaften Moment der Erkenntnis – um zehn Uhr dreißig an einem Sommerabend –, in dem bestehende Illusionen zusammenbrechen und eine unsichtbare, aber tiefgreifende innere Wandlung der Protagonistin ihren Anfang nimmt.
Angeboten wird ein Exemplar





