
Mala supruga
Doktor Branko heiratet aus Geldgier eine junge Frau aus dem Dorf Đurđica, obwohl er Nada liebt. Aus der Vernunftehe entwickelt sich ein emotionales Drama, in dem Liebe, Pflicht und Eigennutz aufeinanderprallen.
Der Roman „Mala sugruva“ von Milica Jakovljević Mir-Jam erzählt die dramatische Geschichte einer arrangierten Ehe, einer Dreiecksbeziehung und der moralischen Dilemmata der serbischen Gesellschaft am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht der angesehene Arzt Branko, der, um seinem Bruder aus finanziellen Schwierigkeiten zu helfen, die junge und wohlhabende Dorfbewohnerin Đurđica heiratet. Obwohl er sie wegen ihrer Mitgift heiratet, beendet Branko seine langjährige Beziehung zu seiner Geliebten Nada nicht, da er glaubt, ein Doppelleben führen zu können.
Đurđica geht in die Ehe mit der festen Überzeugung, den Mann gefunden zu haben, mit dem sie eine glückliche Familie gründen wird. Unverdorben, sensibel und in einem patriarchalischen Umfeld aufgewachsen, entdeckt sie allmählich, dass ihr Mann die Wahrheit verbirgt und ihre Beziehung auf Betrug und Eigennutz beruht. Während Brankos Lügen sich häufen und Nada sich weigert, die Beziehung aufzugeben, spitzt sich die Spannung zwischen den Figuren zu einer tiefen emotionalen und moralischen Krise zu.
Anhand der Schicksale von Branko, Đurđica und Nada erkundet Mir-Jam den Konflikt zwischen Liebe und materiellen Interessen, den Unterschied zwischen ländlichem und städtischem Leben und die Stellung der Frau in einer Gesellschaft, die bedingungslose Loyalität von ihr erwartet. Der Roman zeichnet sich durch psychologisch überzeugende Charaktere, die allmähliche Entwicklung der Beziehungen und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Moral aus. Hinter der Liebesgeschichte verbirgt sich eine Erzählung von Reifung, Verantwortung und den Folgen egoistischer Entscheidungen. Daher zählt „Die kleine Frau“ zu den reiferen und gesellschaftlich engagierteren Werken von Mir-Jam.
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