
Deseti čovjek
Graham Greenes „Der zehnte Mann“ ist ein Kriegsroman über einen wohlhabenden Anwalt, der während der Nazi-Besatzung dem Tod zu entkommen versucht. Das Werk thematisiert Schuld, Identität, Erlösung und moralische Entscheidungen.
Der zehnte Mann ist eine Novelle des englischen Schriftstellers Graham Greene, die im Frankreich des Zweiten Weltkriegs spielt. Das Werk behandelt moralische Dilemmata, menschlichen Egoismus, Schuld und die Möglichkeit der Erlösung. Obwohl die Handlung relativ einfach ist, wirft Greene anhand des Schicksals der Hauptfigur komplexe Fragen über die menschliche Natur und den Wert des Lebens unter extremen Umständen auf.
Die Hauptfigur Jean-Louis Chavel ist ein wohlhabender und erfolgreicher Anwalt, der während der Nazi-Besatzung zusammen mit anderen Geiseln im Gefängnis landet. Als die deutschen Behörden beschließen, zehn Gefangene als Vergeltung für die Aktivitäten des Widerstands hinzurichten, wird Chavel mit seiner eigenen Todesangst konfrontiert. Um sein Leben zu retten, bietet er einem anderen Gefangenen sein großes Vermögen an, der sich bereit erklärt, an seiner Stelle zu sterben. So entgeht Chavel der Hinrichtung, doch seine Entscheidung stürzt ihn in eine tiefe innere Krise.
Nach dem Krieg versucht er, ein neues Leben zu beginnen, doch Schuldgefühle und die Folgen seiner Entscheidung lassen ihn nicht los. Unter falscher Identität kehrt er zurück und begegnet Menschen, die mit dem Mann verbunden sind, der an seiner Stelle starb. Durch diese Begegnungen wird er gezwungen, sich seiner eigenen Vergangenheit und der moralischen Verantwortung für sein Handeln zu stellen.
Der Roman geht der Frage nach, ob ein Mensch sich von der Last der Schuld befreien und Vergebung erlangen kann. Greene zeigt, wie Entscheidungen in Momenten der Angst ein ganzes Leben prägen können und dass der wahre Wert eines Menschen nicht an Reichtum oder sozialem Status gemessen wird, sondern an der Fähigkeit, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.
In seinem charakteristisch einfachen und doch tiefgründigen Stil entwirft der Autor eine eindringliche psychologische Geschichte über Gewissen, Versuchung und die Möglichkeit moralischer Erneuerung. Der zehnte Mann ist ein fesselndes Werk, das die Grenzen menschlicher Schwäche und die Kraft der persönlichen Erlösung auslotet.
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