
I drugi su pjevali o ratu: Odjeci raspada Jugoslavije u engleskoj i američkoj književnosti
In diesem Essayband analysiert Muharem Bazdulj, wie der Zusammenbruch Jugoslawiens und die Kriege der 1990er Jahre in der angelsächsischen Literatur widerhallten – von Vorkriegsstereotypen bis hin zu Kriegs- und Nachkriegsdarstellungen.
Der Titel spielt darauf an, dass „Andere“ (Ausländer) über unseren Krieg singen, oft gefiltert durch Medien, Vorurteile und politische Agenden.
Das Buch ist in sechs Kapitel gegliedert:
– Erstes Kapitel: Skizze der Präsenz des Balkans in der englischen Literatur vom 19. Jahrhundert bis in die 1990er-Jahre – beginnend mit Vesna Goldsworthy („Inventing Ruritania“), Marija Todorova („Imagining the Balkans“), Božidar Jezernik und Omer Hadžiselimović. Bazdulj zeigt, wie der Balkan in der britischen Wahrnehmung lange Zeit ein exotisches, chaotisches „Anderes“ war (Byron, Durham, Rebecca West …).
– Zweites Kapitel: Literarische Werke, die während des Krieges entstanden sind – Susan Sontag (Essays und das Theaterstück „Warten auf Godot“ in Sarajevo), Joseph Brodsky, Salman Rushdie und Mark Ravenhill – eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Haltungen und ihrem Engagement.
Kapitel Drei: Kriminal- und Spionageromane – Colin Falconer und Frederick Forsyth – in denen der Balkan als exotische Bühne für Action, Intrigen und Stereotypen erscheint.
Kapitel Vier und Fünf: Nachkriegsberichte – Lawrence Weschler, Geraldine Brooks („People of the Book“), Steven Galloway („The Cellist of Sarajevo“) – wie der Krieg in der Fiktion erinnert und romantisiert wird.
Kapitel Sechs: Fazit – Das Medieninteresse am Balkan war tagesaktuell und oberflächlich, akademisch spezialisiert und engstirnig. Bazdulj betont den Unterschied zwischen Sensationsgier und tiefgründiger Analyse und wie die angelsächsische Literatur oft Balkan-Mythen perpetuiert.
Dieses Buch ist nicht nur eine Rezension, sondern ein kritischer Beitrag: Bazdulj zeigt, dass der Krieg nicht nur „unser“ Krieg ist, sondern ein globales Narrativ, das unser Bild von uns prägt. Provokativ, gelehrt und klar – ideal zum Verständnis kultureller Stereotypen und der Rezeption der Jugoslawienkriege im Westen.
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