
Melankolija otpora
Dieser Roman von László Krasnahorkai entführt den Leser in die dunklen Tiefen einer in jeder Hinsicht verwüsteten Welt, in der die Logik des Alltags keine Gültigkeit mehr hat und in der alle gewohnten Vorstellungen vom Leben gnadenlos zerschmettert werden
Die Romane „Der satanische Tango“ (1985) und „Die Melancholie des Widerstands“ (1989) konnten aufgrund ihrer Brillanz nicht lange ein Geheimtipp der ungarischen Literatur bleiben, und László Krasznahorkai avancierte schnell zu einer festen Größe in der internationalen Literaturszene. Heute, nach rund zwanzig veröffentlichten Romanen, Erzählungen, Essays etc., steht er auf der Shortlist der Nobelpreiskandidaten. Er wurde von prominenten Autoren wie Sebald und Susan Sontag gelobt und erlangte durch die gemeinsam mit Béla Tarr realisierten Verfilmungen seiner Romane und Drehbücher noch größere Bekanntheit. Ihre unkonventionelle Zusammenarbeit schuf etwas Magisches, eine pulsierende Verbindung von Heiligem und Dämonischem, aber auch von Zirkus und Erhabenem – eine gleichermaßen anziehend wie abstoßende Verflechtung der Welten von Krasznahorkais Romanen und Tarrs Filmen, in die man nur schwer eintaucht und aus denen man nur schwer, wenn nicht gar unmöglich, wieder herauskommt. In „Die Melancholie des Widerstands“, das der New Yorker Kritiker James Wood als „eine apokalyptische Komödie“ bezeichnete, nehmen ungewöhnliche Ereignisse ihren Lauf, als eine mysteriöse Zirkustruppe mit einem riesigen Wal, der Neugierige anzieht, und einem charismatischen Sonderling, dem Prinzen, der die Unzufriedenen in seinen Bann zieht, in einer kleinen Provinzstadt in Südungarn eintrifft… Neben der fesselnden Handlung werden anspruchsvolle Leser von den suggestiven, verschlungenen Sätzen des Autors, der schwindelerregenden Mehrdeutigkeit der Ereignisse und den apokalyptischen, grotesken Szenen, die die Möglichkeiten des Widerstands gegen das herrschende System in Frage stellen, begeistert sein. und die Macht der allwissenden Erzählstimme, die die subtilsten Momente der psychologischen Schwankungen der Romanhelden beschreibt... Dies sind nur einige der Merkmale von Krasznahorkais faszinierendem Schreibstil, eines Mannes, der vielleicht nicht wie sein Held die Auszeichnung „für die einfachste und zielgerichtetste Art, ein Leben zu führen“ verdient hätte, der aber „mit seinem außergewöhnlichen Talent die Langeweile des Alltags mit der Sphäre der Kunst vergoldete“.
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- Eine Nachricht persönlicher Natur





