
Tito Dorčić
Tito Dorčić erzählt die tragische Geschichte des Sohnes eines Fischers aus Senj, der von seinem Vater zum Jurastudium nach Wien geschickt wird. Hin- und hergerissen zwischen Familientradition, gesellschaftlichen Erwartungen und seinem eigenen Wesen, erlei
Tito Dorčić (1906) ist der letzte Roman von Vjenceslav Novak und erschien posthum. In der von Slavko Ježić herausgegebenen Ausgabe (Band 9 der Gesammelten Werke, Minerva, 1933) präsentiert er sich als stark realistisch-naturalistisches Werk mit Motiven aus Senj und Umgebung.
Der Roman erzählt die Geschichte von Tito Dorčić, einem Nachkommen einer alten und angesehenen Fischerfamilie aus Senj. Sein Vater Andrija, ein ehrgeiziger Fischerführer, wünscht sich eine bessere Zukunft für seinen Sohn und schickt ihn zum Jurastudium nach Wien. Tito, ein begabter, aber sensibler junger Mann, gerät in einen Konflikt zwischen den Ambitionen seines Vaters, dem städtischen Umfeld und seiner eigenen Verbundenheit zum Meer und einem einfachen Leben. Der Roman schildert seine Ausbildung, seine Rückkehr nach Senj, seine Ehe- und sozialen Schwierigkeiten sowie seinen allmählichen psychischen Verfall.
Das Werk betont den Einfluss von Herkunft, Umwelt und gesellschaftlichen Erwartungen auf das Schicksal des Einzelnen (biologischer und sozialer Determinismus). Novak wechselt hier zu einem naturalistischen Ansatz und zeigt, wie unzureichende Bildung und fremde Umgebungen einen Menschen zerstören können. Das Buch enthält detaillierte Beschreibungen des Lebens in Senj, des Meeres, der Fischereitraditionen und des psychischen Zustands der Hauptfigur.
Tito Dorčić gilt als einer von Novaks tragischsten Romanen und übt scharfe Kritik an den Ambitionen des „kleinen Mannes“ und der konservativen Gesellschaft. Es ist ein wertvolles Zeugnis des kroatischen Realismus um die Jahrhundertwende und neben Die letzten Stipančićs ein wichtiger Teil des Gesamtwerks des Autors.
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