
Vladanje sobom: Psihofiziologija volje
Wahre Selbstbeherrschung ist kein Kampf gegen sich selbst, sondern eine kluge Zusammenarbeit mit der eigenen Natur – durch das Wissen um Gehirn, Körper und psychologische Gesetze erlangt man größere innere Freiheit, Frieden und Effektivität im Leben.
Das Buch geht von der Annahme aus, dass der Wille keine mystische oder rein spirituelle Kraft ist, sondern das Ergebnis komplexer psychophysiologischer Prozesse im Gehirn. Chauchard stützt sich auf die Werke bedeutender Forscher wie Pawlow, Lapicque und anderer Nervenforscher und erläutert die Rolle der Großhirnrinde, hemmende Mechanismen und das Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung. Er hebt insbesondere den präfrontalen Cortex als Zentrum höherer Funktionen hervor – Planung, Entscheidungsfindung und Selbstkontrolle –, die es dem Menschen ermöglichen, Instinkte und Impulse zu überwinden.
Der Autor zeigt, dass wahre Selbstbeherrschung keine Unterdrückung oder gewaltsame Abwehr der Natur ist, sondern ein harmonisches Zusammenspiel von Geist und Körper. Er erklärt, wie Müdigkeit, Stress und ein unausgeglichenes Nervensystem den Willen schwächen, und bietet praktische Methoden zur Stärkung der mentalen Disziplin: bewusstes Atmen, Aufmerksamkeitstraining, angemessener Umgang mit Emotionen, Ruhe und eine gesunde Lebensweise. Das Buch kritisiert die modernen Zivilisationskrankheiten – Überlastung, Angstzustände und Kontrollverlust – und plädiert für Neuropädagogik, eine Pädagogik, die darauf abzielt, die Mechanismen der Selbstkontrolle im Gehirn zu entwickeln.
Chauchards Ansatz ist humanistisch und ganzheitlich: Der Wille entwickelt sich durch Achtsamkeit, die Wiederholung guter Gewohnheiten und ethische Orientierung. Das Buch vereint Biologie, Psychologie und Philosophie (mit einem Schwerpunkt auf christlicher Anthropologie, da Chauchard ein überzeugter Katholik war). Es betont, dass der Mensch fähig ist, Energien zu sublimieren – primitive Triebe in höhere Ziele zu transformieren –, was der Schlüssel zu Glück, Produktivität und einem moralischen Leben ist.
Das Werk ist in einem leicht verständlichen Stil verfasst und richtet sich an ein breites Publikum, ist aber gleichzeitig wissenschaftlich präzise genug, um auch Experten zu interessieren. Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung (in den 1960er Jahren) schlug es eine Brücke zwischen der modernen Neurowissenschaft und der Selbsthilfe und war damit Vorläufer moderner Bücher über Achtsamkeit, emotionale Intelligenz und kognitiv-behaviorale Techniken. Leser finden darin konkrete Werkzeuge für den Alltag: wie man mit Gewohnheiten umgeht, Belohnung aufschiebt, konzentriert bleibt und im Einklang mit seinen Werten lebt.
Selbstbeherrschung ist ein Klassiker der christlichen und wissenschaftlichen Psychologie, der betont, dass wahre Freiheit gerade in der Selbstbeherrschung liegt – nicht in der Unterdrückung von Impulsen, sondern in der bewussten Ausrichtung des Lebens auf höhere Ziele. Auch heute noch relevant für alle, die ein tieferes Verständnis des Willens jenseits oberflächlicher Selbsthilfe-Rezepte suchen.
Angeboten wird ein Exemplar
- Spuren von Patina





