
Eine Liebesehe / Das Gelöbnis
„Eine Ehe“ ist ein intimeres, psychologisches Porträt der Ehe, während „Das Versprechen“ ein epischer Kriegsroman ist. Beide Werke spiegeln einen Autor wider, der in China lebte und ein tiefes Verständnis für die Konflikte zwischen Ost und West besaß.
Pearl S. Buck, die Nobelpreisträgerin für Literatur, beweist in diesen Romanen ihr meisterhaftes Talent, menschliche Beziehungen im historischen und kulturellen Kontext darzustellen.
Eine Liebesehe (Porträt einer Ehe, 1945) ist eine intime Familiensaga. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verliebt sich der wohlhabende junge Maler William aus Philadelphia in die ungebildete Bäuerin Ruth. Trotz ihrer großen Unterschiede in Klasse, Bildung und Charakter heiraten sie.
Der Roman begleitet ihre Ehe über Jahrzehnte – die Geburt ihrer Kinder, zwei Weltkriege und das Älterwerden. Buck schildert subtil, wie Gegensätze sich anziehen und bereichern: Ruth bringt bodenständige Stärke und praktische Veranlagung mit, William künstlerische Sensibilität. Nach und nach verändern sie sich, lernen voneinander und knüpfen eine tiefe, wenn auch unvollkommene Bindung.
Das Gelöbnis (Das Versprechen, 1943) ist ein Kriegsroman und die Fortsetzung des beliebten Romans Dragon Seed. Die Geschichte spielt in Burma während des Zweiten Weltkriegs. Eine Gruppe chinesischer Soldaten unter der Führung von Lao San wird zur Unterstützung der belagerten britisch-amerikanischen Truppen hinter den japanischen Linien entsandt.
Der Roman schildert die Schwierigkeiten von Bündnissen zwischen verschiedenen Kulturen und Ethnien im Krieg: die kolonialen Vorurteile der Briten, den Mut und das Leid der Chinesen, Verrat und Heldentum. Buck setzt sich kritisch mit Imperialismus, Rassismus und den Schrecken des Krieges auseinander, würdigt aber auch die menschliche Solidarität und Opferbereitschaft. Wie in seinen anderen Werken zeichnet er ein eindrucksvolles Bild der chinesischen Perspektive und des Alltagslebens einfacher Menschen inmitten bedeutender historischer Ereignisse.
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