
Derviš i smrt
Ein Meisterwerk über den Derwisch Ahmed Nurudin, dessen Glaube und dogmatischer Frieden durch die Verhaftung seines unschuldigen Bruders zerstört werden. Konfrontiert mit Ungerechtigkeit und seinem eigenen Gewissen, wandelt er sich von der Rebellion zur t
„Der Derwisch und der Tod“, der berühmteste und bedeutendste Roman des bosnisch-jugoslawischen Schriftstellers Meša Selimović (erschienen 1966), ist ein philosophisches und psychologisches Meisterwerk, das sich mit den Themen Macht, Moral, Identität und menschliches Leid auseinandersetzt. Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert in Bosnien unter osmanischer Herrschaft und wird in Form von Bekenntnissen und Tagebucheinträgen des Protagonisten Ahmed Nurudin, des Scheichs (Derwischs) der Tekke im Mahala, erzählt. Nurudins zuvor friedliches, dogmatisches und zurückgezogenes Leben gerät völlig aus den Fugen, als sein jüngerer Bruder Harun zu Unrecht inhaftiert wird. Sein Versuch, seinen Bruder zu retten und innerhalb eines korrupten Systems für Gerechtigkeit zu kämpfen, führt ihn zu einer schmerzhaften Konfrontation mit der Heuchelei der Machthaber, falschen Freundschaften, aber auch mit seinen eigenen Schwächen. Durch innere Monologe und philosophische Betrachtungen schildert der Autor die Wandlung eines friedliebenden und frommen Mannes zu einem verbitterten Individuum, das von Hass und Rachegelüsten gezeichnet ist und so Teil jenes Systems wird, das ihn zerstört hat. In einem tiefgründigen, poetischen und introspektiven Stil verfasst, mit bekannten einleitenden und abschließenden Zitaten aus dem Koran, transzendiert dieses Werk seinen historischen und lokalen Kontext. „Der Derwisch und der Tod“ ist eine universelle und zeitlose Studie über die menschliche Einsamkeit, die Suche nach Sinn und den ewigen Kampf des Einzelnen mit ungerechten Machtmechanismen.
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- Spuren von Patina





