
Hipici
Die Sammlung untersucht die Hippie-Bewegung als Gegenkultur: von Verbindungen zu den Beatniks und der Psychedelik bis hin zu Gemeinschaft, alternativen Institutionen und dem Alltag, und enthüllt ihre Ideen, Spaltungen und ihren Widerstand gegen die herrsc
Die Sammlung „Hippies“ präsentiert eine Auswahl von Texten von Mike Brake, Stuart Hall, Lewis Yablonski und Paul Willis, die die Hippiebewegung als komplexe Jugendsubkultur und gegenkulturelle Antwort auf die Werte der westlichen Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachten. Die Autoren reduzieren Hippies nicht auf ein charakteristisches Aussehen, Musik, Drogen oder Kleidungsstil, sondern untersuchen, wie sich durch diese Elemente eine alternative Sicht auf Gesellschaft, Arbeit, Familie, Autorität, Konsum und zwischenmenschliche Beziehungen herausbildete.
Brake verortet die Hippies im breiteren Kontext der Entwicklung von Jugendkulturen und betrachtet insbesondere den Übergang von der Beatnik-Kultur zur Hippie-Gegenkultur. Hall analysiert Hippies als soziales und kulturelles Phänomen, ihre Ideologie, ihren Stil und ihren Versuch, eine alternative Welt zu erschaffen. Besonders interessant sind die alternativen Institutionen, die innerhalb der Bewegung entstanden – von Hilfszentren für Hippies bis hin zu Underground-Presse, Kunst und anderen Formen unabhängiger Organisation.
Yablonsky konzentriert sich auf das Innenleben der Hippie-Community: ihre Anführer, die „Hohepriester“ der psychedelischen Erfahrung, Neuankömmlinge, verschiedene Gruppierungen und die Suche nach einer neuen Form von Gemeinschaft. Seine Analyse zeigt, dass die Hippie-Bewegung keine homogene Gemeinschaft war, sondern ein Raum unterschiedlicher Ideen, Erfahrungen und Grade der Verbundenheit mit gegenkulturellen Werten. Willis hingegen beobachtet den Alltag der Hippies anhand von Drogen, Musik, Ritualen, Lebensstil und alternativen Institutionen und zeigt, wie sich sozialer Widerstand im Alltag ausdrückt.
Der Wert des Sammelbandes liegt heute auch darin, dass er ein Verständnis der Hippies aus der Perspektive von Autoren ermöglicht, die die Bewegung nahezu zeitgleich mit ihrem Entstehen erforschten. Gleichzeitig warnt die aktuelle Forschung davor, dass frühe soziologische Interpretationen die Hippie-Identität mitunter zu stark vereinfachten und ihre soziale Vielfalt vernachlässigten.
„Hippies“ ist daher nicht nur ein Buch über eine historische Jugendgruppe, sondern eine Analyse der Versuche, sich außerhalb der herrschenden Gesellschaftsordnung eine andere Lebensweise aufzubauen.
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