
Olga i Lina
Ein naturalistischer Roman über den Konflikt zwischen der aufrichtigen und naiven Olga und der gefühllosen Intrigantin Lina, deren Gier und Skrupellosigkeit eine noble Familie ruinieren und zu tragischen Schicksalen führen.
„Olga und Lina“ (1881) ist Eugen Kumičićs erster Roman und eines der Schlüsselwerke, die die Ästhetik des Naturalismus in die kroatische Literatur einführten. Die Handlung dreht sich um den scharfen Kontrast und den Konflikt zwischen zwei Frauenfiguren, die für diametral entgegengesetzte moralische und gesellschaftliche Werte im Zagreb des späten 19. Jahrhunderts stehen. Auf der einen Seite steht Olga – eine edle, bescheidene und aufrichtige junge Frau, die traditionelle Familienwerte und Integrität verkörpert. Ihr gegenüber steht Lina – eine überaus berechnende, habgierige und skrupellose Intrigantin, die vor nichts zurückschreckt, um materiellen Gewinn zu erzielen und gesellschaftlich aufzusteigen. Lina verführt Olgas Verlobten, Graf Ladislav, investiert in dessen Gut mit dem Ziel, es an sich zu reißen, und zerstört systematisch die gesamte Familie, indem sie sie in den finanziellen und moralischen Ruin treibt. Kumičić zeichnet in dem Roman ein detailliertes Bild der Korruption innerhalb der Zagreber Bürger- und Adelsgesellschaft – eines Milieus, das anfällig für Manipulationen und niedere Leidenschaften ist. Durch eine rasche Abfolge dramatischer Ereignisse, Intrigen und einen tragischen Ausgang setzt der Autor konsequent naturalistische Stilmittel ein und verdeutlicht so die zerstörerische Kraft menschlicher Habgier, Skrupellosigkeit und Immoralität.
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