
Jean Barois: roman jedne generacije
Der Roman erzählt die Geschichte von Jean Barois, einem Intellektuellen, der zwischen Glaube und Vernunft hin- und hergerissen ist, und schildert die Konflikte, die die französische Gesellschaft an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, zur Zeit der Dreyf
Jean Barois: Ein Roman einer Generation ist eines der bedeutendsten Werke des französischen Schriftstellers Roger Martin du Gard und erschien 1913. Der Roman schildert das Leben des Protagonisten Jean Barois, eines gebildeten Bürgers, der in einer Zeit großer sozialer und politischer Umbrüche in Frankreich eine tiefgreifende spirituelle und intellektuelle Wandlung durchläuft.
Barois wächst in einem katholischen Elternhaus auf, wendet sich aber nach und nach vom traditionellen Glauben ab und verschreibt sich einer wissenschaftlichen Weltsicht, dem Rationalismus und der Gedankenfreiheit. Er engagiert sich aktiv im öffentlichen Leben, insbesondere während der Dreyfus-Affäre, die die französische Gesellschaft tief spaltete und Fragen nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Bürgerrechten aufwarf. Seine persönliche Entwicklung spiegelt den Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft, Tradition und Moderne sowie individuellem Gewissen und gesellschaftlichen Erwartungen wider.
Gegen Ende seines Lebens sieht sich Barois erneut mit den Fragen nach Glaube, Sinn und Tod konfrontiert, was dem Roman eine starke psychologische und philosophische Dimension verleiht. In einem objektiven und analytischen Stil schildert Roger Martin du Gard die moralischen Zweifel eines Individuums und den Geist einer Generation, die in einer Zeit des rasanten Wandels nach neuen Werten suchte. Das Werk vereint Familien-, Gesellschafts- und Ideologieroman und bleibt ein bedeutendes Zeugnis des Bruchs zwischen Tradition und Moderne, indem es die Wichtigkeit kritischen Denkens, persönlicher Verantwortung und Gewissensfreiheit unterstreicht.
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