
Vladavina Hrvatsko-srpske koalicije : 1906-1907
Mirjana Gross' Monographie über die Politik und Herrschaft der kroatisch-serbischen Koalition 1906–1907. Analyse der Entstehung, Aktivitäten, Konflikte und des Untergangs der Koalition im Kontext der österreichisch-ungarischen Beziehungen.
Die Herrschaft der Kroatisch-Serbischen Koalition 1906–1907 ist die erste große Monografie der angesehenen kroatischen Historikerin Mirjana Gross (1922–2012). Das Buch ist ihre Habilitationsarbeit. Es behandelt detailliert die Regierungszeit der Kroatisch-Serbischen Koalition (HSK), die auf der Grundlage der Politik des „Neuen Kurses“ und der Resolution von Rijeka (1905) gegründet wurde. Die Koalition errang nach ihrem Wahlsieg 1906 die Macht in Kroatien und wurde von Franjo Supilo, Svetozar Pribićević und anderen Führern der liberalen und progressiven Bewegungen Kroatiens und Serbiens angeführt. Gross analysiert drei Hauptaspekte: die Bildung der Koalition, ihre Innenpolitik und ihre Beziehungen zu Ungarn und Wien.
Der Autor zeigt, wie die Koalition versuchte, Verfassungs- und Verwaltungsreformen umzusetzen, die kroatische Autonomie auszuweiten, die Dalmatienfrage zu lösen und das Land zu modernisieren, dabei aber auf starken Widerstand seitens der ungarischen Führungskreise, großösterreichischer Kräfte und der innenpolitischen Opposition (insbesondere Joseph Frank und der Rechten) stieß. Der Konflikt um die Eisenbahnpolitik im Jahr 1907, die Blockade im Budapester Parlament und der endgültige Zusammenbruch der Koalitionsregierung werden besonders ausführlich behandelt. Gross verdeutlicht die Grenzen der Politik des „Neuen Kurses“ im dualistischen System Österreich-Ungarns, in dem die Koalition zwischen kroatischen Nationalinteressen, der jugoslawischen Idee und pragmatischen Kompromissen mit den Ungarn abwägen musste.
Das Buch ist im Geiste der jugoslawischen Geschichtsschreibung jener Zeit verfasst, zeichnet sich aber durch seine gründliche Archivrecherche und relative Objektivität aus. Es gilt als Klassiker und als das wichtigste Werk zu diesem Thema in der kroatischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts. Sie wird auch heute noch als grundlegende Literatur für das Studium der kroatischen Politik in der Zeit des Dualismus, der nationalen Beziehungen zwischen Kroaten und Serben sowie der Krise des österreichisch-ungarischen Systems am Vorabend des Ersten Weltkriegs verwendet.
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