
Kronika kulta ličnosti
Die Chronik des Personenkults um Jewgenia Ginzburg ist eine Abhandlung über die stalinistischen Säuberungen. Die Autorin beschreibt ihre eigene Verhaftung, Inhaftierung und Jahre in Lagern, in denen sie Zeugin der Unterdrückung durch das Sowjetregime wurd
Chronik des Personenkults (oft übersetzt als Der steile Pfad) ist ein autobiografisches Werk der russischen Schriftstellerin und Journalistin Jewgenija Ginsburg und eines der bewegendsten Zeugnisse der stalinistischen Verfolgungen der 1930er und 1940er Jahre. Das Buch basiert auf den persönlichen Erfahrungen der Autorin, nachdem sie 1937 während des Großen Terrors der Teilnahme an einer angeblichen trotzkistischen Verschwörung beschuldigt wurde.
Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung war Ginsburg Dozentin und treues Mitglied der Kommunistischen Partei. Ihr Glaube an ihre Unschuld gab ihr zunächst Kraft, doch während der Verhöre stieß sie auf ein System, das nicht die Wahrheit, sondern ein Geständnis suchte. Nach einem manipulierten Prozess wurde sie zu einer langen Haftstrafe und zur Deportation in das Lager Kolyma verurteilt, einem der brutalsten Gebiete des sowjetischen Gulag.
Der Autor beschreibt detailliert die Gefängniszellen, endlose Verhöre, Gefangenentransporte, Hunger, Krankheiten und Zwangsarbeit. Besonderes Augenmerk legt er auf die Menschen, denen er begegnet: politische Gefangene, Intellektuelle, einfache Arbeiter und Frauen, die trotz unmenschlicher Bedingungen versuchen, ihre Würde zu bewahren. Unter ihnen entstehen Freundschaften und Formen der Solidarität, die ihnen beim Überleben helfen.
Das Werk ist nicht nur eine Chronik des Leidens, sondern auch eine Analyse der Mechanismen eines totalitären Systems. Ginzburg zeigt, wie Angst, Propaganda und der Personenkult Gerechtigkeit, Vertrauen und Menschenleben zerstören können. Gleichzeitig untersucht er die Frage nach der moralischen Stärke des Einzelnen angesichts von Ungerechtigkeit.
Aufgrund seines dokumentarischen Wertes, seiner Aufrichtigkeit und seiner literarischen Kraft gilt die „Chronik des Personenkults“ als eine der wichtigsten Memoiren über sowjetische Lager und als unverzichtbares Zeugnis der Stalinzeit.
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