
Rakovica
„Rakovica“ ist eine fiktionalisierte historische und politische Monografie über den Rakovica-Aufstand von 1871 und Eugen Kvaternik. Ein unvollendetes, postum veröffentlichtes Werk mit einem tiefgründigen psychologischen und nationalen Porträt des kroatisc
Das Buch ist eine fiktionalisierte, dokumentarische Monografie über den Rakovica-Aufstand von 1871 – eines der bedeutendsten Ereignisse der kroatischen Nationalbewegung im 19. Jahrhundert. Nehajev konzentriert sich auf die Persönlichkeit Eugen Kvaterniks, seine Ideen, Motive, seine politische Vision und sein tragisches Schicksal, aber auch auf den breiteren Kontext des Rechtsextremismus, des kroatischen Staatsbildungsdenkens und des Konflikts mit dem österreichisch-ungarischen System.
Anders als eine klassische historische Studie nähert sich Nehajev dem Thema auf seine charakteristische Weise – durch ein psychologisches Porträt der Protagonisten und Teilnehmer des Aufstands. Er schildert Kvaternik als einen leidenschaftlichen, idealistischen, aber auch komplexen Mann, der mit politischen Enttäuschungen, persönlichen Opfern und der Unmöglichkeit konfrontiert war, unter den damaligen Umständen die kroatische Unabhängigkeit zu erlangen. Das Werk verbindet dokumentarische Genauigkeit (basierend auf historischen Quellen) mit literarischer Gestaltung – einem inneren Monolog, Atmosphäre und einer dramatischen Darstellung der Ereignisse in Rakovica.
Rakovica ist unvollendet (Nehajev starb 1931), was dem Roman einen besonderen, fragmentarischen Charakter verleiht und die Tragik des Themas unterstreicht. Der Stil ist reif, analytisch und subtil lyrisch, mit einem tiefen Verständnis für die kroatische Geschichte und das menschliche Schicksal. Wie schon im Roman Vuci beweist der Autor auch hier seine Meisterschaft in der Verbindung von historischem Material mit modernen literarischen Techniken – psychologischer Introspektion und Reflexion über die Wiederholbarkeit kroatischer Nationaltragödien.
Das Werk ist nicht nur als historischer Bericht über den Rakovica-Aufstand bedeutsam, sondern auch als Zeugnis von Nehajevs spätem Schaffen, in dem er sich zunehmend politisch-historischen Themen und Porträts bedeutender Persönlichkeiten der kroatischen Vergangenheit (Frankopani, Kvaternik, Starčević usw.) zuwendet.
Für Liebhaber der kroatischen Geschichte, des Rechtsextremismus und anspruchsvoller Literatur zu nationalen Themen ist dies ein außerordentlich wertvolles Werk. Die Ausgabe von 1944, insbesondere in ihrem Originaleinband, ist eine Rarität auf dem Antiquariatsmarkt und stellt einen wichtigen Teil des Gesamtwerks von Milutin Nehajev (1880–1931) dar, einem der gebildetsten und vielseitigsten Autoren der kroatischen Moderne.
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