
Pijanac
„Der Trunkenbold“ von Mijat Stojanović (1869) ist ein Volksmärchen nach I. A. Stelzig. Es handelt sich um eine moralisierende Geschichte über die schädlichen Folgen des Alkoholismus, die sich an ein breites Publikum richtet. Ein klassisches Beispiel für d
„Der Trunkenbold“ ist ein 1869 in Zagreb von der St.-Hieronymus-Gesellschaft (Kroatisch-Katholische Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbüchern) herausgegebenes Volksbuch. Der Autor, Mijat Stojanović (1818–1881), ein bekannter slawonischer Pädagoge, Ethnograf und Volksschriftsteller aus Babine Greda, bearbeitete es für kroatische Leser nach dem deutschen Original von I. A. Stelzig.
Das Werk ist eine klassische moralisch-lehrreiche Erzählung des 19. Jahrhunderts, die anschaulich und in einfacher Volkssprache den Untergang eines Mannes und seiner ganzen Familie durch Trunksucht schildert. Das Schicksal der Hauptfigur verdeutlicht die sozialen, gesundheitlichen und moralischen Folgen des Alkoholismus und vermittelt eine klare Lehre über Nüchternheit, Arbeit und christliche Tugenden. Der Stil ist umgangssprachlich und nah an der Folklore und dem Alltag in Slawonien, wodurch Stojanović breite Bevölkerungsschichten erreichte.
Das Buch gehört zu einer Reihe von Bildungsveröffentlichungen der Gesellschaft des Heiligen Hieronymus, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Moral und Alphabetisierung der kroatischen Bevölkerung fördern und gegen das weit verbreitete Übel des Alkoholismus ankämpfen wollte.
Der Trunkenbold besitzt einen hohen antiquarischen und bibliografischen Wert. Es handelt sich um ein seltenes Volksbuch aus der Frühzeit der kroatischen Volksliteratur, als solche Veröffentlichungen entscheidend für die Verbreitung von Alphabetisierung und Nationalbewusstsein unter der Landbevölkerung waren. Die meisten Exemplare aus dieser Zeit sind nicht in großer Zahl erhalten geblieben, da die Bücher in Dörfern und öffentlichen Bibliotheken gelesen wurden, bis sie vergriffen waren.
Exemplare in exzellentem Zustand sind auf dem Antiquariatsmarkt äußerst selten und stellen eine begehrte Rarität für Sammler kroatischer Bücher des 19. Jahrhunderts dar, insbesondere solcher, die mit der Illyrischen Renaissance, der Arbeit der Gesellschaft des Heiligen Hieronymus und der öffentlichen Bildung in Verbindung stehen. Es besitzt einen hohen dokumentarischen und bibliografischen Wert für Museen und Privatsammlungen.
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