
Im Netz der Zauberer: Eine andere Geschichte der Familie Mann
Eine Biografie der Familie Mann, die ihre komplexen Beziehungen, künstlerischen Ambitionen und persönlichen Konflikte offenbart und eine andere Perspektive auf eine der berühmtesten Literatenfamilien des 20. Jahrhunderts bietet.
Im Netz der Zauberer: Eine andere Geschichte der Familie Mann von Marianne Krüll zählt zu den bedeutendsten Werken über die Familie Mann, da es den Rahmen einer klassischen Biografie verlässt und ein soziologisches und psychologisches Porträt der gesamten Familie zeichnet. Anstatt sich ausschließlich auf Thomas oder Heinrich Mann zu konzentrieren, untersucht die Autorin die Beziehungen aller Familienmitglieder über sechs Generationen hinweg und verknüpft deren Leben, literarische Werke und Familienstrukturen.
Das Buch basiert auf jahrelanger Forschung und verwendet Briefe, Tagebücher, Memoiren und weiteres Material, das Forschern Anfang der 1990er-Jahre zugänglich wurde. Ausgangspunkt der Analyse ist Klaus Manns Selbstmord, aus dem die Autorin ein komplexes Netz familiärer Beziehungen rekonstruiert, geprägt von Ehrgeiz, Liebe, Rivalität, Pflichtgefühl, aber auch Depressionen, Suchterkrankungen und tragischen Schicksalen. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Frauen der Familie Mann, deren Rolle in früheren Biografien oft vernachlässigt wurde.
Krüll präsentiert keine reißerischen „Neuentdeckungen“, sondern verknüpft auf innovative Weise das Privatleben der Familienmitglieder mit ihrem literarischen Schaffen und zeigt, wie persönliche Erfahrungen, Konflikte und Familientraumata ihre Kreativität prägten. Drei übersichtliche Stammbaumdiagramme erleichtern es dem Leser, die zahlreichen Familienmitglieder und ihre Verbindungen untereinander nachzuvollziehen. Gerade dieser interdisziplinäre Ansatz – eine Kombination aus Soziologie, Psychologie, Genealogie und Literaturanalyse – macht dieses Buch zu einem der angesehensten Werke über die Familie Mann.
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