
Rasprava o rimskom miljokazu pronađenom kod Osijeka
In seiner Studie aus dem Jahr 1782 untersucht Petar Katančić wissenschaftlich einen römischen Meilenstein, der in der Nähe von Osijek (Mursa) gefunden wurde, und leistet damit einen bahnbrechenden Beitrag zur antiken Archäologie Slawoniens und Pannoniens.
Eine Abhandlung über einen römischen Meilenstein bei Osijek von Matija Petar Katančić (1750–1825) zählt zu den frühesten wissenschaftlichen Publikationen über antike Denkmäler in Kroatien. Die Studie, die 1782 in Osijek und 1794 in Zagreb erstmals gedruckt wurde, gilt als Pionierwerk der kroatischen Archäologie und Epigraphik.
Katančić, Priester, Dichter und bedeutender Gelehrter der Antike, beschreibt detailliert einen Meilenstein, der bei Osijek, dem antiken Mursa – einem wichtigen römischen Verkehrs- und Militärzentrum an der Donau – entdeckt wurde. Das Werk enthält die Abschrift und Interpretation der lateinischen Inschrift auf dem Meilenstein, den historischen Kontext des römischen Straßenbaus in Pannonien sowie eine Analyse der Entfernung und Bedeutung von Meilensteinen innerhalb des römischen Straßennetzes.
In Vorwort und Einleitung beweist Katančić für seine Zeit eine außergewöhnliche wissenschaftliche Methodik: Er geht kritisch mit Quellen um, kennt die klassische Literatur (insbesondere Ovids) und ist seiner Heimat und den Naturwissenschaften zugetan. Das Werk ist Graf Kristoforo Niczko gewidmet und enthält poetische Elemente – Zitate von Ovid, die die Verbundenheit des Autors mit der Region und dem antiken Erbe unterstreichen.
Der Übersetzer Dr. Stjepan Sršan übertrug das lateinische Original ins Kroatische und bemühte sich dabei, Katančićs Stil und Geist zu bewahren. Zahlreiche Anmerkungen erleichtern dem modernen Leser das Verständnis der Fachterminologie und des historischen Kontextes. Der kroatischen Übersetzung ist eine deutsche Zusammenfassung beigefügt, die das Werk einem breiteren Publikum zugänglich macht.
Die Bedeutung von Katančićs Abhandlung liegt darin, dass sie die erste systematische wissenschaftliche Arbeit über römische Denkmäler in Slawonien darstellt, was auch von Theodor Mommsen anerkannt wurde. Trotz des Ablaufs von über 240 Jahren bleibt die Studie eine wertvolle Quelle und ein Zeugnis des frühen Interesses am kroatischen Antikenerbe. Durch die Übersetzung dieses Werkes macht ein zeitgenössischer Verlag ein wegweisendes Werk der kroatischen Archäologie zugänglich und ermöglicht eine neue Würdigung von Katančićs Beitrag zur europäischen Wissenschaft des 18. Jahrhunderts.
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