
Pustinjakov pupak
Der satirische und groteske Roman schildert das Schicksal eines Angestellten in einem absurden bürokratischen Umfeld. Mit schwarzem Humor und Parodie entlarvt Hitrec das Kleinbürgertum, soziale Missstände und die Krise des modernen Individuums.
„Der Nabel des Einsiedlers“, erschienen 1974, zählt zu den frühen und einprägsamsten Romanen des berühmten kroatischen Schriftstellers Hrvoje Hitrec. Obwohl er dem breiten Publikum vor allem durch seine Kinderbuchreihe „Smogovci“ bekannt ist, etablierte er sich mit diesem Werk als Meister der Gesellschaftssatire, der grotesken und politisch-kulturellen Parodie für ein erwachsenes Publikum. Die Handlung des Romans spielt in einem surreal-bürokratischen Milieu und folgt einem Antihelden, der sich in einem Geflecht absurder sozialer Regeln, Institutionen und menschlicher Schwächen zurechtfinden muss. Hitrec nutzt die Technik der grotesken Übertreibung, um die Entfremdung des Individuums in der modernen Gesellschaft darzustellen, die kleinbürgerliche Mentalität zu dekonstruieren und die Heuchelei und den Konformismus des Alltags anzuprangern. Das Titelmotiv des „Nabels des Einsiedlers“ ist vielschichtig symbolisch: Es steht für Egozentrik, Passivität und absurde Isolation in einer Welt, die zum Handeln auffordert. Stilistisch besticht der Roman durch rasante Dynamik, geistreiche und pointierte Dialoge, schwarzen Humor und eine ironische Distanzierung von der Realität. Hitrec verknüpft gekonnt Elemente der Trivialliteratur, des Kriminalromans und der philosophischen Satire und schafft so eine gleichermaßen unterhaltsame wie kritisch orientierte Lektüre, die die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit beleuchtet. „Der Nabel des Einsiedlers“ bleibt ein bedeutendes Beispiel kroatischer Prosa der 1970er Jahre, die kühn die Grenzen des Komischen und Absurden auslotete.
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