
Povratak baruna Wenckheima
Dieser mitreißende Roman ist vergleichbar mit Dostojewski und zeigt Krasznahorkai auf dem absoluten Höhepunkt seines jahrzehntelangen Schaffens. Apokalyptisch, visionär und wahnsinnig – dieser Roman hinterlässt einen unauslöschlichen Eindruck…
Der gealterte und verarmte Baron Wenckheim, auf der Flucht vor Spielschulden, kehrt von Buenos Aires über Wien und Budapest in seine Heimatstadt zurück, wo er eine schöne Kindheit und Jugend verbracht hat. Im Bewusstsein seines nahenden Lebensendes ist seine einzige Motivation seine Jugendliebe – Marika –, der er gestehen möchte, dass er sie sein Leben lang geliebt hat.
Doch selbst diese Provinzstadt ist ein vollwertiger Protagonist des Romans, bevölkert von einer Vielzahl ungewöhnlicher, aber auch typischer Charaktere: allerlei Schurken, ein Professor mit einem Doktortitel in Mooskunde, der Bürgermeister, der Polizeichef und der Bibliotheksdirektor, der Anführer und der Lokführer, ein Angestellter des Fremdenverkehrsamtes in einer Stadt ohne Touristen usw. – und das alles in einer frenetischen, fantastischen Broglie-Atmosphäre, in der Mittelmäßigkeit buchstäblich blendet.
Ein solch meisterhafter, virtuoser, umfassender Querschnitt der heutigen Welt, in dem alle wichtigen Fragen eines denkenden Menschen angesprochen werden, all die Dummheiten, Absurditäten, Ängste, Übel und Unglauben, mit denen wir täglich konfrontiert sind, konnte nur von László Krasznahorkai, diesem ungarischen Magier des geschriebenen Wortes, verfasst werden.
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