
Knjižica o ilirskom pjesništvu izvedena po zakonima estetike
Katančićs theoretisches Werk aus dem Jahr 1788 ist die erste systematische ästhetische Studie der kroatischen Literatur. Auf der Grundlage antiker Vorbilder und der Volkstradition legt er die normativen Regeln der illyrischen Dichtung fest.
Die Broschüre über die illyrische Dichtung nach den Gesetzen der Ästhetik (De poesi Illyrica ad leges aestheticae exactis libellus, 1788) des berühmten slawonischen Franziskaners, Universalgelehrten und Übersetzers Matija Petar Katančić gilt als grundlegendes Werk der kroatischen Poetik und Literaturtheorie des 18. Jahrhunderts. Verfasst im Geiste der Aufklärung und des Klassizismus, bietet dieser lateinische Text die erste systematische Anwendung antiker normativer ästhetischer Prinzipien auf die Dichtung in kroatischer (illyrischer) Sprache.
Katančić nähert sich dem literarischen Schaffen mit außergewöhnlicher Gelehrsamkeit: Er analysiert Metrik, Rhythmus und Stilfiguren und versucht zu beweisen, dass die illyrische Sprache in ihrer Flexibilität, ihrem Reichtum und ihrer Melodik dem klassischen Latein und dem Altgriechischen in nichts nachsteht. Das Werk gliedert sich in theoretische Ausführungen ästhetischer Regeln und analytische Beispiele, wobei der Autor besonderes Augenmerk auf Volkslieder und die Tradition der Renaissance- und Barockliteratur Dubrovniks und Dalmatiens legt.
Durch die Betonung einer gemeinsamen Sprache und eines gemeinsamen kulturellen Erbes legt Katančić mit dieser Broschüre die frühen theoretischen und ideologischen Grundlagen für die spätere Kroatische Nationale Wiedergeburt. Daher nimmt dieses Werk einen Schlüsselplatz in der Geschichte der kroatischen Ästhetik und Philologie ein.
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