
Dekameron
Während der Großen Pest von 1348 fliehen zehn junge Florentiner in eine Villa und erzählen sich zehn Tage lang hundert Geschichten. Boccaccios Decameron feiert das Leben, die Liebe, die List und die menschliche Natur mit Humor und Gesellschaftskritik.
Der Decameron (1353) ist eines der bedeutendsten Werke der europäischen Literatur und ein Meisterwerk italienischer Prosa. Er gilt als Begründer des modernen Romans und als wichtigstes Werk des frühen Humanismus.
Die Handlung spielt im Florenz des Jahres 1348 während der verheerenden Pestepidemie des Schwarzen Todes. Sieben junge Frauen und drei junge Männer aus Adelsfamilien fliehen aus der Stadt in eine abgelegene Villa in der Nähe. Um sich die Zeit zu vertreiben, beschließen sie, sich jeden Tag eine Geschichte zu erzählen. So entstehen innerhalb von zehn Tagen 100 Romane (daher der Name Decameron = Zehn-Tage-Geschichte).
Die Geschichten sind äußerst vielfältig: von tragischen Liebesgeschichten, komischen Intrigen und Täuschungen über erotische Begebenheiten und satirische Erzählungen über korrupte Priester und Mönche bis hin zu philosophischen und lehrreichen Geschichten. Boccaccio schöpft Motive aus der antiken Literatur, mittelalterlichen Fabeln, der mündlichen Überlieferung, aber auch aus dem realen Leben.
Die bekanntesten Geschichten sind die von Griselda, von Federigo und seinem Falken, von Andreucci von Perugia sowie zahlreiche humorvolle Erzählungen über betrogene Ehemänner und listige Frauen. Das Werk feiert die menschliche Intelligenz, die Vitalität, die Lebensfreude und die sinnliche Liebe im Gegensatz zur mittelalterlichen Askese und der Heuchelei der Kirche.
Boccaccio schrieb das Decameron in einer realistischen, lebendigen und umgangssprachlichen Form und führte so das bürgerliche Alltagsleben in die Hochliteratur ein. Seine Figuren sind lebensechte Menschen mit all ihren Tugenden und Lastern – listig, gierig, mutig, verliebt oder rachsüchtig. Damit beeinflusste er maßgeblich spätere Schriftsteller wie Chaucer (die Canterbury Tales), Shakespeare, Molière und viele andere.
Aufgrund seiner freizügigen Themen wurde das Werk mehrmals verboten und auf den Index librorum prohibitorum gesetzt, blieb aber dennoch einer der meistgelesenen Klassiker. Heute gilt es als ein wichtiges Übergangswerk vom Mittelalter zur Renaissance – eine freudige, weise und furchtlose Feier der menschlichen Natur.
Das Buch besteht aus zwei Bänden.
Weitere Exemplare sind verfügbar.
Kopiennummer 1


Kopiennummer 2


Kopiennummer 3







