
Knjiga bez predgovora
Eine Sammlung humorvoller Geschichten, Skizzen, Novellen und satirischer Texte mit Illustrationen von Slavko Voroš. Leichte, geistreiche Prosa über das Zagreber Bürgertum und Kleinbürgertum.
Zvonimir Vukelić (1876–1947), bekannt unter dem Pseudonym Zyr Vukelić (oder Zyr Xapula), war ein kroatischer Schriftsteller, Journalist, Satiriker und Herausgeber. Das Buch „Knjiga bez predgovora“ (Knobelbuch ohne Vorurteile) erschien 1914 im Verlag Matica hrvatska in Zagreb. Die Zeichnungen stammen von Slavko Vereš (Vörös) (1887–1953), dem ersten professionellen kroatischen Karikaturisten, und das im Jugendstil gestaltete Cover wurde von Ljubo Babić entworfen.
Der Titel ist programmatisch – der Autor selbst gibt ironisch zu, nicht genau zu wissen, welchem Genre die Texte im Buch zuzuordnen sind. Im Vorwort (oder besser gesagt, in der Erklärung, warum es kein Vorwort gibt) schreibt Vukelić: „Und wenn mich jemand fragen würde, was die Texte in diesem Buch sind – ich geriete selbst in Schwierigkeiten. Sind es Kurzgeschichten, Skizzen, Novellen, eine davon angeblich in Versform, steckt Humor darin oder, Gott bewahre, gar Satire – ich glaube selbst nicht an all das.“
Das Buch ist ein typisches Werk Vukelićs: eine Mischung aus humoristischen Skizzen, satirischen Erzählungen und leichten Romanen, die das Zagreber Bürgertum, kleinbürgerliche Gewohnheiten, Bürokraten, Ehe- und Familienverhältnisse sowie den Zagreber Alltag zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebhaft schildern. Der Stil ist leicht, witzig, ironisch und satirisch, mit einem Schwerpunkt auf der Beschreibung von Figuren, Dialogen und komischen Situationen. Vukelić bewegt sich an der Grenze zwischen Journalismus und Literatur – seine Figuren sind meist unbedeutende Gestalten (Beamte, korpulente Herren, schüchterne Verehrer, selbstgefällige Kleinbürger), die der Autor mit milder Ironie und grotesken Effekten beobachtet.
Das Werk zählt zu Vukelićs Frühwerk, ebenso wie Humoristische Erzählungen (1911) und Theaterchronik (1913). Kritiker bewerten es als unterhaltsam, aber nicht tiefgründig – Vukelić fängt zwar die Atmosphäre der Zeit und den Zagreber Geist gut ein, bleibt aber oft an der Oberfläche, ohne stärkere Handlung oder psychologische Tiefe (er wurde mit Nušić, Matoš oder Gogol verglichen, erreicht aber nicht deren Kraft).
Das Buch ist heute eine antiquarische Rarität und ein gutes Beispiel für leichte, unterhaltsame und satirische kroatische Prosa aus der österreichisch-ungarischen Zeit. Es spiegelt Vukelićs große Popularität als Journalist und Humorist wider, der mit scharfer Sprache und aktuellen Themen ein breites Publikum zu unterhalten wusste. Es reiht sich in die Tradition des kroatischen Humors und der Satire des frühen 20. Jahrhunderts ein.
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