
Zagreb 1910.–1913.
„Zagreb 1910–1913“ von Vjekoslav Klaić ist eine Monographie über die Entwicklung Zagrebs am Vorabend des Ersten Weltkriegs – ein städtebaulicher, kultureller, wirtschaftlicher und politischer Überblick über die Stadt an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhunde
Zagreb 1910–1913 ist eine kurze historische und städtebauliche Monografie von Vjekoslav Klaić (1849–1928), einem bedeutenden kroatischen Historiker. Das Werk bietet einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung Zagrebs in den letzten Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
Klaić liefert eine systematische Darstellung der Stadt in dieser Zeit: Bevölkerungswachstum, städtebauliche Veränderungen, Entstehung neuer Viertel, öffentlicher Gebäude, Verkehrsinfrastruktur, Kultur- und Bildungswesen, Wirtschaft und politische Verhältnisse. Sein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wandel Zagrebs von einer Provinzstadt zu einer modernen europäischen Metropole, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in vollem Gange war.
Im Gegensatz zu Klaićs großen historischen Synthesen ist diese Broschüre eher eine zeitgenössische Chronik und eine Beschreibung des Zustands der Stadt in einer bestimmten Periode. Der Autor nutzt seine langjährige Kenntnis Zagrebs (er lebte dort jahrzehntelang) sowie Daten aus offiziellen Berichten, Statistiken und persönlichen Beobachtungen. Der Stil ist klar, prägnant und typisch für Klaić – wissenschaftlich fundiert, aber dennoch für ein breites Publikum verständlich.
Das Buch entstand kurz vor dem Krieg (das Manuskript wurde um 1913 fertiggestellt) und wurde 1918 unter den neuen politischen Umständen (nach dem Zerfall Österreich-Ungarns) veröffentlicht. Es bietet einen wertvollen historischen Querschnitt Zagrebs auf dem Höhepunkt der österreichisch-ungarischen Ära, in einer Zeit, als die Stadt eine umfassende Modernisierung erfuhr (Elektrifizierung, Kanalisation, Straßenbahn, neue Plätze, Theater, Schulen usw.).
Heute ist diese Ausgabe, insbesondere die Erstausgabe, eine bibliografische Rarität. Sie dient häufig als Quelle für die Erforschung der Stadtentwicklung Zagrebs, der Geschichte des Alltagslebens und des Wandels der Stadt am Ende der österreichisch-ungarischen Ära. Zusammen mit Klaićs früheren Arbeiten über Zagreb (z. B. über das Statut der Stadt Zagreb) bildet es einen wichtigen Teil seines Beitrags zur Zagreber Lokalgeschichtsschreibung.
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