
Panoptikum
Ein eindrucksvoller Debütroman über die fünfzehnjährige Anais in einer geschlossenen Jugendstrafanstalt. Eine ergreifende Geschichte über Trauma, Widerstand, Überwachung und die Suche nach Identität in einem System, das zerstört.
Panopticon (2012) ist der Debütroman der schottischen Autorin Jenni Fagan. Er erzählt die Geschichte der fünfzehnjährigen Anais Hendricks, die von der Polizei in eine geschlossene Jugendstrafanstalt namens „Panopticon“ gebracht wird. Blutüberströmt und beschuldigt, eine bewusstlose Polizistin angegriffen zu haben, kann sich Anais an nichts erinnern.
Geboren in einer psychiatrischen Klinik, von ihrer Mutter verlassen und in unzähligen Pflegefamilien untergebracht, wuchs Anais in einem System auf, das sie immer wieder im Stich ließ. Im Panopticon – einer Einrichtung, die von Benthams Modell der totalen Überwachung inspiriert ist – trifft sie auf andere verstoßene Jugendliche, mit denen sie eine fragile, aber intensive familiäre Bindung aufbaut. Der Roman ist roh, brutal und authentisch: voller Straßensprache, Drogen, Gewalt, Sexualität, Trauma und schwarzem Humor.
Fagan taucht meisterhaft in Anais' Psyche ein und porträtiert ein Mädchen, das zugleich zerbrechlich, rebellisch, intelligent und geistreich ist. Das Buch wirft Fragen zum Fürsorgesystem der Gesellschaft, zur Überwachung, zur Stigmatisierung und zur Möglichkeit des Widerstands auf. Trotz der Dunkelheit glimmt ein Funken Hoffnung und Menschlichkeit.
Als eines der besten Debüts des Jahrzehnts gefeiert (Granta Best of Young British Novelists), ist der Roman eine kraftvolle, poetische und politisch mutige Stimme der Marginalisierten. In einer exzellenten kroatischen Übersetzung gelesen, ist er ein bewegendes Zeugnis all jener, die von der Gesellschaft abgeschrieben wurden.
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