
Moskovski dnevnik
Saša Vereš's Moskauer Tagebuch ist eine Mischung aus Reisebericht, Tagebuch und kulturwissenschaftlichem Essay – ein Buch über Moskau, die russische Literatur und die Begegnung persönlicher Eindrücke mit einer großen kulturellen Tradition.
Moskauer Tagebuch von Sascha Veres gehört zu jener Prosagattung, in der Reisebericht, Tagebucheintrag und Kulturessay auf natürliche Weise ineinandergreifen. Mitte des 20. Jahrhunderts erschienen, als Reisen in bedeutende Kulturzentren auch eine starke symbolische Bedeutung hatten, schildert der Text die persönliche Begegnung des Autors mit Moskau, aber auch mit der russischen literarischen und historischen Tradition. Es ist nicht bloß eine Aufzeichnung von Reiseeindrücken, sondern ein tiefgründiges Buch, in dem die Stadt durch ihre Straßen, ihre Atmosphäre, literarische Erinnerungen und kulturellen Schichten erschlossen wird.
Veres entwirft keine klassische Handlung, sondern eine Reihe von Einträgen, in denen Beobachtung, Reflexion und literarische Assoziation abwechseln. Moskau erscheint als reale Stadt, aber auch als Raum kultureller Erinnerung: ein Ort Puschkins, der russischen Dichtung, historischer Umbrüche und starker symbolischer Bedeutungen. Das Buch weist zudem translationale und intertextuelle Ebenen auf, was zeigt, dass der Autor die russische Kultur nicht von außen betrachtet, sondern sich ihr aus einer lesenden und interpretierenden Perspektive nähert.
Im Werk von Saša Vereš ist dieses Buch nicht nur ein wichtiges Beispiel für seine Tagebuch- und Reiseprosa, sondern auch ein Beleg für sein Interesse am breiteren slawischen und kulturhistorischen Kontext. In der kroatischen Literatur- und Journalistentradition ist Moskovski dnevnik als Verbindung von persönlichem Schreiben und Kulturvermittlung interessant: ein Buch über eine Stadt, aber vor allem über die Auseinandersetzung mit dieser Stadt durch die Linse von Literatur, Geschichte und eigener Erfahrung.
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