
O fenomenu Titove misli
Milan Dukićs Buch *Über das Phänomen des Tito-Denkens* (1976) ist eine theoretische Studie. Sie analysiert den ideologischen, philosophischen und politischen Einfluss von Josip Broz Tito auf den selbstverwalteten Sozialismus sowie auf die Doktrin der Bloc
Das 1976 (im Verlag Stylos, Zagreb) erschienene Werk Über das Phänomen des Tito-Denkens (O fenomenu Titove misli) von Milan Dukić bietet eine philosophisch-theoretische und politikwissenschaftliche Analyse des ideologischen Erbes und der politischen Praxis von Josip Broz Tito. Die Studie entstand in einer Phase intensiver theoretischer Systematisierung des jugoslawischen sozialistischen Modells – im Anschluss an die Verabschiedung der Verfassung von 1974 – und zielt darauf ab, die Eigenart und Originalität von Titos Denken innerhalb des breiteren Rahmens der marxistischen Theorie zu beleuchten. Der Autor betrachtet das „Tito-Denken“ als ein dynamisches gesellschaftliches und theoretisches Phänomen; es handelt sich dabei nicht bloß um die Übernahme dogmatischer Muster, sondern um eine kreative Anwendung des Marxismus auf die spezifischen historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten Jugoslawiens. Das Buch untersucht detailliert die Grundpfeiler von Titos Politik: das Konzept der Arbeiterselbstverwaltung als Basis für das „Absterben“ des Staates, das Prinzip der „Brüderlichkeit und Einheit“ innerhalb einer multiethnischen Gemeinschaft sowie die außenpolitische Doktrin und die Bewegung der Blockfreien Staaten. Durch die Analyse von Titos Reden, Berichten und politischen Entscheidungen versucht Dukić, die theoretische Konsistenz und die Vision herauszuarbeiten, die den jugoslawischen Weg zum Sozialismus leiteten. Das Buch gewährt Einblicke in den offiziellen ideologischen Diskurs der zweiten Hälfte der 1970er Jahre und dient als wichtige Quelle für das Verständnis, wie das politische Denken des jugoslawischen Präsidenten in der damaligen Gesellschaft geprägt und bewertet wurde.
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