
Knjiga žalbi
Momo Kapors „Das Buch der Beschwerden“ ist ein Roman über einen jungen Buchhändler und Intellektuellen, der mit sozialen und politischen Strukturen in Konflikt gerät und nach New York geht, wo er seine Suche nach Freiheit, Identität und Sinn fortsetzt.
Anders als viele von Kapors urbanen und romantischen Romanen besitzt Das Buch der Klagen eine ausgeprägtere soziale und intellektuelle Dimension. Der Protagonist ist von Beruf Buchhändler, ein Mann, der Bücher, Kunst und Kultur als grundlegende Lebenswerte betrachtet. Aufgrund von Konflikten mit den politischen Strukturen und bürokratischen Mechanismen der damaligen Gesellschaft ist er jedoch gezwungen, sein bisheriges Leben aufzugeben und nach New York zu gehen, wo er in der ersten jugoslawischen Buchhandlung der Stadt zu arbeiten beginnt.
Sein Aufenthalt in Amerika bringt ihm nicht die erhoffte Freiheit. Statt der versprochenen Welt voller Möglichkeiten begegnet er neuen Formen der Einsamkeit, der Entfremdung und dem Kampf ums Überleben. Durch seine tägliche Arbeit in der Buchhandlung trifft er auf Emigranten, Künstler, politische Flüchtlinge und Menschen, die versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, aber noch immer von Erinnerungen an ihre Heimat geplagt werden. Diese Begegnungen zeichnen ein vielschichtiges Bild vom Leben der Emigranten und dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit.
Der Roman besticht durch seine Reflexionen über die Rolle der Kunst in einer zunehmend von Geld, Macht und Eigeninteressen geprägten Welt. Kapor entwickelt insbesondere die Motive des Sammelns, der Literatur und der Malerei und wirft die Frage auf, ob Schönheit einen Menschen wirklich verändern kann oder nur eine flüchtige Illusion ist. Die Figur des tragischen Kunstsammlers Šlomović tritt im Hintergrund auf; sein Schicksal eröffnet die Thematik des Verhältnisses von Kunst, Besitz und menschlicher Gier.
Das Buch der Klagen ist nicht nur die Geschichte eines Mannes, sondern auch ein Roman über eine Generation von Intellektuellen, hin- und hergerissen zwischen Idealen und Realität, zwischen Heimat und Welt, zwischen Kunst und dem täglichen Überleben. Dank seiner Vielzahl an Figuren, autobiografischen Elementen und kulturellen Reflexionen gilt er als einer von Kapors ernsthaftesten und inhaltlich anspruchsvollsten Romanen.
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