Fenomenologija

Fenomenologija

Jean-Francois Lyotard

Lyotards Phänomenologie konzentriert sich auf die Analyse von Erfahrung vor der Begriffsbildung. Für ihn ist es entscheidend zu verstehen, wie ein Ereignis, ein Gefühl oder ein Reiz im Bewusstsein erscheint, bevor Sprache und soziale Normen ihn zu stabile

Obwohl Jean-François Lyotard vor allem als Theoretiker der Postmoderne bekannt ist, sind seine philosophischen Anfänge eng mit der Phänomenologie verbunden. In seinen frühen Werken untersucht er die grundlegende Frage: Wie manifestiert sich Erfahrung überhaupt im Bewusstsein? Ausgehend von Husserl betont er sogleich etwas, das für sein späteres Werk charakteristisch wird – ein Misstrauen gegenüber stabilen Strukturen und Begriffen.

Lyotard versteht Phänomenologie als die Untersuchung dessen, was erscheint, aber auch dessen, was sich der Formulierung entzieht. Sein besonderes Interesse gilt dem Affektiven – dem rohen Gefühl, dem Impuls, der Intensität, die noch nicht in einen Begriff transformiert wurde. Auf diese Weise entwickelt er die Phänomenologie hin zu einer Philosophie des Ereignisses: Erfahrung ist weder statisch noch vollständig verständlich, sondern ständig im Wandel. Sprache und Denken hinken der unmittelbaren Erfahrung stets hinterher.

Diese Orientierung bildet die Grundlage für seinen späteren Begriff der „Differenz“ (différend) und das postmoderne Misstrauen gegenüber großen Erzählungen. Die Phänomenologie dient ihm als Methode, um Risse in der Sprache aufzudecken – Stellen, an denen Erfahrung nicht vollständig ausgedrückt werden kann, an denen etwas unerkannt oder verdrängt bleibt. In diesem Sinne erweitert Lyotard die Phänomenologie hin zu einem radikaleren Verständnis von Subjektivität: Das Subjekt ist kein stabiler Träger von Erfahrung, sondern wird selbst durch den ständigen Einfluss von Ereignissen geformt, die es transzendieren.

Lyotards Phänomenologie bildet somit eine Brücke zwischen der klassischen Bewusstseinsanalyse und seinem eigenen postmodernen Denken, das die Fragmentierung, Diskontinuität und die schwer fassbare Natur der Erfahrung betont.

Original title
La phénoménologie
Translation
Mirjana Zdravković
Editor
Milan Damnjanović
Graphics design
Ružica Stanisavljev-Vukašinović
Dimensions
20 x 14 cm
Pages
140
Publisher
BIGZ, Beograd, 1980.
 
Latin alphabet. Paperback.
Language: Serbian.

One copy is available

Condition:Used, excellent condition
 

Are you interested in another book? You can search the offer using our search engine or browse books by category.

You may also be interested in these titles

Politički liberalizam

Politički liberalizam

John Rawls

Džon Rols, osnivač modernog liberalizma, nudi putokaz za stabilno društvo: „Politički liberalizam“, nastavak klasične „Teorije pravde“, nije samo filozofski traktat, već praktični model za pluralistička društva poput našeg.

Kruzak, 2000.
Croatian. Latin alphabet. Paperback.
32.56
Foucault

Foucault

Gilles Deleuze

Delezov „Portret Fukoa“ (1986) nije monografija, već kreativno „razmišljanje sa Fukoom“. Ona analizira arheologiju znanja, uvodeći koncepte arhive, moći, subjektivizacije i „pregiba“ kao ključne za Fukoovu misao o znanju, moći i subjektu.

Sandorf, 2023.
Croatian. Latin alphabet. Paperback.
11.86